Wiener ÖVP Frauen: Männerquote - die Möglichkeit zur Chancengleichheit?

Interessante Ergebnisse des "World Café"

Wien (OTS) - Gäbe es eine Männerquote in Sozialberufen oder in frauendominierten Berufssparten, so stiegen in diesen heute oftmals schlecht bezahlten Branchen automatisch die Gehälter und somit die Chancengleichheit für beide Geschlechter, lautet das Resümee vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Veranstaltung der Wiener ÖVP Frauen anlässlich des 100. Internationalen Frauentags. Auch die Notwendigkeit einer Frauenquote wurde von allen Beteiligten außer Frage gestellt. Der ehemalige Bundesparteiobmann der ÖVP und heutige Industrielle, Josef Taus, meinte dazu: "Eigentlich brauchen Frauen keine Quoten, denn sie sind das beste intelligente Reservoir der Menschheit". Seiner Meinung nach hat die ÖVP, aus deren Reihen schon 1966 die erste Ministerin kam, das Potential der Frauen immer genutzt.

Fünf Thementische mit renommierten Expertinnen und Experten

Die Wiener ÖVP Frauen unter der Leitung der Landesobfrau Theresa Philippi entschieden sich für ein innovatives Diskussionsformat, das sogenannte "World Café". Dabei wurde zu den Themenkreisen Geld, Infrastruktur, Arbeitswelt, Netzwerke und Spiritualität in kleinen, wechselnden Runden mit folgenden Expertinnen und Experten diskutiert:
Bundesparteiobmann a.D. Dr. Josef Taus, Karin Zeisel, stv. Betriebsratsvorsitzende der Erste Bank Group, Dr.in Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Vorstandsmitglied Verbund AG, David Ungar-Klein, Initiator des Wiener Kongresses com.sult und Dr.in Karin Petter, Theologin und FCG-Bildungsexpertin im ÖGB.

Selbstbewusstsein, Bildung und Flexibilität

Mehr Flexibilität, Mobilität und Bildung als Grundvoraussetzung für den beruflichen Aufstieg wurde an den Thementischen "Arbeitswelt" und "Management in Frauenhand" diskutiert. "Wir brauchen dringend Investitionen in die Bildung - und das jetzt!" lautete die Kernforderung. Verbund-Vorstandsmitglied Ulrike Baumgartner- Gabitzer ergänzte: "Karriere ist auch immer eine Frage der zeitlichen Verfügbarkeit, hier müssen für Frauen rasch die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden."

Die Frauenquote ist ihrer Meinung nach einer der notwendigen Schritte. Selbstbewusstsein und selbstbewusstes Auftreten müssen für Frauen am Arbeitsmarkt zur Selbstverständlichkeit werden, aber auch das viel zitierte Motto "Tue Gutes und rede darüber". Viele der Anwesenden konnten der Idee einer Männerquote in klassischen Frauenberufen etwas abgewinnen. Karin Zeisel, stv. Betriebsratsvorsitzende der Erste Bank Group meinte etwa: "Ich habe kein Problem damit eine Quotenfrau zu sein, aber erst durch die Einführung einer Männerquote im Sozial- und Bildungsbereich wird Gleichberechtigung möglich werden".

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

David Ungar-Klein, internationaler Netzwerk-Experte, sieht im Bereich der virtuellen Netzwerke die Chancengleichheit bereits verwirklicht. Er rät, statt eigene Frauennetzwerke zu schaffen, lieber in vorhandene männerdominierte Netzwerke einzudringen. Web 2.0 sei ein wesentlicher Faktor unserer Zeit, könne aber keinesfalls die persönlichen Kontakte ersetzen. Ein weiteres Ergebnis seines Thementisches war, dass der Erfolg nur im Miteinander liegen könne, in einer engen Zusammenarbeit der Frauen aber auch der Geschlechter untereinander. Karin Petter, Bildungsexpertin im ÖGB, sieht die Herausforderung aktueller Frauenpolitik in der Ambivalenz. "Es gilt die Ansprüche an eine Karriere mit denen einer funktionierenden Familie zu vereinen und auf eine Ebene zu stellen". Für sie und ihre Diskussionsteilnehmerinnen- und teilnehmer ist Selbstliebe die wichtigste Voraussetzung für dauerhaftes Gelingen in Familie und Beruf.

Landesleiterin Philippi, zieht ein überaus positives Resümee: "Es wurde in einem sehr lebendigen Austausch der Nachweis erbracht, dass es ausreichend kompetente und qualifizierte Frauen gibt, die Verantwortung übernehmen können und wollen. Frauen sind in allen Bereichen bestens qualifiziert. Die Quote ist ein Instrument, um dieses Potential zu heben. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir in 100 Jahren keine Frauenpolitik mehr benötigen werden!"

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