FPÖ-Neubauer: ISAR I ist nicht "nachzurüsten" sondern still zu legen!"

Wien (OTS) - Zur gestrigen Aussage von Umweltminister Berlakovich, wonach das AKW ISAR I nachzurüsten oder der Schrottreaktor still zu legen sei, sagte heute der freiheitliche Sprecher für grenznahe AKWs, NAbg. Werner Neubauer, dass es in diesem Fall keinerlei Alternative geben könne.

"Das AKW ISAR I ist still zu legen", so Neubauer, der erst vergangene Woche wegen der aufgezeigten Mängel bei ISAR I und der damit verbundenen Gefährdung österreichischer Interessen einerseits, und der Gefährdung der Sicherheit und der Gesundheit österreichischer Bürger andererseits, zwei Klagen bei der EU eingebracht hat.

In diesem umstrittenen Atomkraftwerk bei Landshut war es erst vor wenigen Tagen zu einem dramatischen Zwischenfall beim Transport radioaktiver Brennelemente gekommen. Bei dem Zwischenfall habe sich beim Umladen ausgebauter Brennstäbe der Verschluss einer Verpackungshülse gelöst. "Es stellt sich die Frage, wie zuverlässig die Lagertechnik ist", sagt Neubauer.

Seit 1981 kam es immer wieder zu teilweise geheim gehaltenen Störfällen in ISAR I. Im Februar 2010 befanden sich im Reaktor von Block 1 zwei undichte Brennelemente, weshalb dieser abgeschaltet werden musste, um diese vorsorglich zu tauschen, bevor die Radioaktivität im Wasserkreislauf ansteigt. Das Atomkraftwerk ISAR I vom Typ Siedewasserreaktor steht schon lange im Verdacht, dass im sicherheitsrelevanten Bereich altersbedingte Rissbildungen aufgetreten sind. Aus einem aktuellen Gutachten des TÜV Süd, geht hervor, dass Risse entdeckt wurden. Dennoch bestätigte der TÜV Süd die Sicherheit des Reaktors.

Professor Wolfgang Kromp stellte in Berechnungen zum Reaktordruckbehälter ISAR I fest, dass dieser in dem alten deutschen Siedewasser-AKW zu schwach ausgelegt sei. Neueste Studien der Technischen Universität in Berlin bestätigen diesen Befund. Die Belastungswerte einer zentralen Schweißnaht sind alarmierend, weshalb der AKW-Experte rät, "besser heute als morgen den Reaktor außer Betrieb zu nehmen!"

Bei einem Störfall im Reaktor ISAR I (Bayern) dauert es nur wenige Stunden, bis die Strahlung in Salzburg ankommt. Das sagt Wissenschaftler Friedrich Steinhäusler. Strahlung wäre in vier Stunden in Salzburg. ISAR I liegt bei Landshut, nur 140 Kilometer von Salzburg entfernt und für diese Strecke braucht radioaktive Strahlung nicht lange, sagt Friedrich Steinhäusler: "Je nach Windgeschwindigkeit etwa drei bis vier Stunden."

FPÖ-NAbg. Werner Neubauer zeigt sich hinsichtlich der aktuellen Entwicklung hoffnungsfroh, dass die eingebrachten Klagen angenommen und einer positiven Erledigung zugeführt werden.

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