Greenpeace: Folgen von Super-Gau in Fukushima 3 noch schlimmer als befürchtet

MOX-Spezialbrennstäbe enthalten hochgiftiges Plutonium

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet, dass durch die im japanischen Atomreaktor Fukushima 3 eingesetzten Plutonium-haltigen Brennstäbe, die Folgen eines Super-Gaus noch schlimmer sind als bisher angenommen.

"Sollte es im Reaktor 3 in Fukushima zu Kernschmelze und Super-GAU kommen, ist mit dem Allerschlimmsten zu rechnen, denn die speziellen Brennstäbe in diesem Reaktor enthalten hochgiftiges Plutonium. Im Vergleich zu Tschernobyl käme es im Zuge eines Super-GAUs somit nicht nur zur Freisetzung von radioaktiver Strahlung, sondern auch von hochgiftigen Stoffen wie Plutonium. Wir befürchten, dass die Folgen für Mensch und Umwelt noch schlimmer als befürchtet ausfallen", so Greenpeace Anti-Atom-Experte Niklas Schinerl.

Die Spezialbrennstäbe im Reaktor 3 des AKW Fukushima sind mit Plutonium angereichert und damit hochtoxisch und extrem gefährlich, wenn diese in die Umwelt entweichen. Im Reaktor 3 des AKW Fukushima kommt - anders als im Reaktor 1 - nicht konventionelles Uran zum Einsatz, sondern eine Plutonium-Uran-Mischung, so genanntes MOX. Dieses hat einen niedrigeren Schmelzpunkt und kann demzufolge eine Kernschmelze bei bereits niedrigeren Temperaturen verursachen. Der Reaktor 3 in Fukushima ist um zwei Drittel größer als der Reaktor 1. Die somit noch höhere Restwärme im Reaktor gegen die anzukämpfen ist, verschärft die Gefahr zusätzlich.

Es gibt sehr wenige Daten über das Verhalten von MOX in Unfallszenarien. Dabei spielen die radioaktiven Gase, welche zwischen den Teilchen entstehen, eine wichtige Rolle. In diesem Uran-Plutonium-Gemisch ist die Gesamtmenge dieses Gases doppelt so hoch als bei konventionellen Uran. Damit verdoppelt sich auch die radioaktive Freisetzung aus dem Reaktor. Sollte es zu einer schweren Beschädigung des Reaktors kommen und Plutonium austreten, droht dem betroffenen Gebiet eine langfristige Verstrahlung.

Rückfragen & Kontakt:

Niklas Schinerl
Anti-Atom-Sprecher Greenpeace
Tel.: 0043-664-6126704
mailto: niklas.schinerl@greenpeace.at

bis 15.00 Uhr:
Melanie Aldrian
Pressesprecherin Greenpeace CEE
Tel.: 0043-664-6126725
mailto: melanie.aldrian@greenpeace.at

ab 15.00 Uhr:
Melanie Beran
Pressesprecherin Greenpeace CEE
Tel.: 0043-664-612718
mailto: melanie.beran@greenpeace.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0002