• 10.03.2011, 12:41:27
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Frauenpolitik: Glawischnig wirft Regierung Etikettenschwindel vor

Ministerin Heinisch-Hosek im Kreuzfeuer der Kritik.

Wien (OTS) - Eigentlich wollte Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek (SPÖ) den heurigen hundertsten Frauentag groß feiern -
doch kaum einer will mitfeiern: Wegen der geplanten Frauenquote in
Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen hagelt es Kritik von allen
Seiten. In der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt" sagte
Grünen-Sprecherin Eva Glawischnig gestern, die Ministerin verschone
erneut die freie Wirtschaft, dort gebe es in den Führungsetagen immer
noch eine "Männerquote" von 90 Prozent. Zudem habe Heinisch-Hosek ein
Glaubwürdigkeitsproblem, wenn von 57 SPÖ-Abgeordneten im Nationalrat
nur 20 Frauen seien: "Ich verstehe nicht, warum man das nicht in der
eigenen Partei schafft - zumindest, wenn man sich Frauenpolitik an
die Fahne heftet und den Frauentag feiert."

Den Grünen gehen Heinisch-Hoseks Quotenpläne nicht weit genug, der
Wirtschaft dagegen zu weit, besonders wenn langfristig doch ein
Quotengesetz für alle Unternehmen kommen sollte. In "Am Punkt" warnte
die Unternehmerin Aleksandra Isdebska (DiTech): "Dann kommt es dazu,
dass die Wirtschaft langsam auswandert. Weil wir nicht mehr die
Möglichkeit haben werden, uns frei zu entscheiden."

Heinisch-Hosek sagte in "Am Punkt", sie wolle weiter für mehr
Frauen in Führungspositionen kämpfen. Wenn die Wirtschaft sich nicht
bald bewege, müsse sie dazu eben gezwungen werden: "Denn wir sind die
Hälfte der Bevölkerung, wir wollen die Hälfte der Macht und für die
Männer die Hälfte der Familien- und Hausarbeit."

Rückfragehinweis:
ATV Redaktion "Am Punkt": Tel.:01/213 64 115

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