"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Abmarsch-Befehl"

Heinz-Christian Strache sollte für Ordnung sorgen. In der eigenen Partei.

Wien (OTS) - Es war einmal ein 17-Jähriger. Der war in der Nationaldemokratischen Partei. Diese wurde 1988 wegen Wiederbetätigung verboten.
Als Jugendsünde kann der heute 57-Jährige die
Mitgliedschaft in der NDP nicht abtun. Er sündigt nach wie vor. Auf seiner Homepage veröffentlichte der Blaue Werner Königshofer eine Schrift, in der gegen Muslime und Ausländer polemisiert wird ("Schädling", "Wirtsvolk", "Samenkanonen", "Juden, welchen das Tributvolk der Deutschen abhanden kommen könnte",); die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Verhetzung. Zudem gibt es eine Anzeige gegen den Tiroler, weil er mit den Betreibern einer neonazistischen Homepage kooperiere. Anwalt Zanger hat Belege dafür. Der Vorhalt: Verstoß gegen das NS-Verbotsgesetz. Es ist schlimm genug, wenn ein einfacher Bürger mit braunem Sud in Berührung kommt. Königshofer ist Parlamentarier, der die Interessen der Wähler vertreten soll. Ein solcher hat über jeden Verdacht der Rechtslastigkeit erhaben zu sein.
FPÖ-Chef Strache sagt stets, er werde für Ordnung sorgen. Das kann er heute bei seiner Aschermittwoch-Rede in der Jahn-Turnhalle in Ried - indem er verkündet, Kamerad Königshofer gehe raus aus dem Hohen Haus.

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