Köstinger: Abhängigkeit von Futtermittel-Importen verringern!

ÖVP-Agrarsprecherin Köstinger fordert Ehrlichkeit in der Futtermittel-Debatte

Straßburg, 8. März 2011 (OTS) Die Viehzucht in der EU ist in einem hohen Maße von Importen abhängig, weil die benötigten Futtermittel nicht selber produziert werden. 70 Prozent der zur Tierfütterung benötigten eiweißreichen Pflanzen werden aus Brasilien, Argentinien und den USA importiert. "Wir brauchen höchste Standards bei Futtermitteln. Der DioxinSkandal in Deutschland hat dies zuletzt wieder gezeigt. Die Einhaltung von Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards muss aber auch für Importware gelten. Andererseits werden viele für die Futtermittelproduktion geeignete Grundstoffe in der EU nicht effizient genutzt. Hier besteht Handlungsbedarf", erklärt ÖVP-Agrarsprecherin Elisabeth Köstinger heute in Straßburg anlässlich der Abstimmung des Berichts über die Abhängigkeit der EU von Futtermittelimporten. "Die Abhängigkeit ist dramatisch. Die Folge sind Preisschwankungen, mangelnde Nachvollziehbarkeit der Produktionsbedingungen und eine schlechte CO2-Bilanz", so die Agrarsprecherin. ****

"Es ist wichtig, gegen diese Abhängigkeit zu kämpfen. Dies gelingt nur, wenn wir in der EU die Produktion von Eiweißpflanzen wieder selbst in die Hand nehmen", fordert Köstinger auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Verhandlungen zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik. "Dazu gehört aber ein kompaktes Maßnahmenpaket von der Bereitstellung der Flächen über angepasste Anbaumethoden und der Wissensvermittlung hin zu einer
entsprechenden Kennzeichnung", fordert Köstinger, die sich für eine Stärkung regionaler Kreisläufe, nachhaltige Produktion, kurze Transportwege und hohe Eigenvermarktung einsetzt. Als Grundvoraussetzung nennt Köstinger den Wissenstransfer von einer effizienten Zuchtforschung zur Schulung der Landwirte: "Europa sollte im Bereich der Agrarforschung Spitzenreiter sein. Das ist
das Rahmenprogramm der Zukunft."

In dem Bericht wird auch auf die Gentechnik-Debatte und die Frage der Wiederverwendung von tierischem Eiweiß aufmerksam gemacht. "Ich fordere mehr Ehrlichkeit und Sachlichkeit in der gesamten Futtermitteldiskussion", so Köstinger. "Solange diese enorme Abhängigkeit besteht, die Preissituation für die Produktion dramatisch schlecht ist und die Lebensmittel zu Schleuderpreisen angeboten werden, wird sich auch bei den Gentechnik-Importen wenig ändern. Wenn ausreichende Vorsichts- und Überprüfungsmaßnahmen getroffen werden, sollte man auch wieder über die Verwendung von Schlachtabfällen als Futtermittel für Schweine und Geflügel nachdenken", erklärt Köstinger. "Beim Thema Gentechnik-Anbau in der EU hat die ÖVP eine klare Line: Wir fordern, dass jeder Mitgliedsstaat selbst entscheiden kann. Österreichs Bäuerinnen und Bauern wollen keine Gentechnik auf ihren Feldern", stellt Köstinger abschließend klar.

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