Werthmann zum morgigen 100. Weltfrauentag

Straßburg (OTS) - Um für die Interessen der Frauen gegen mehrfache Ausbeutung und Unterdrückung zu mobilisieren war 1910 der Grundgedanke, der hinter der Einführung des Weltfrauentages stand, dessen 100. Geburtstag wir heuer begehen.
Jährlich wird auch über dessen aktuellen Notwendigkeit debattiert, von Frauenrechtlerinnen sogar als "gönnerhaft" abgekanzelt.

Natürlich bestehe das ideale Ziel darin, dass ein Frauentag in seinem ideellen Sinne nicht mehr nötig sei, meint auch Angelika Werthmann, MdEP. "Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau sollte heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein", doch solange Clicheés im Weltbild mancher Menschen hartnäckig bestehen bleiben, sei eine differenzierte Herangehensweise auf der politischen Ebene leider notwendig und und umgänglich.

Diese ziehen sich durch alle Bereiche und Ebenen - die vielgerügte Unterrepräsentanz der Frauen in Spitzenpositionen, sei beispielsweise auch auf EU-Ebene zu beobachten, so Werthmann. "Immer wenn die Neubesetzung von Positionen ansteht, herrscht nie ein Mangel an geeigneten männlichen Bewerbern, während qualifizierte Frauen scheinbar nicht zu finden sind," erzählt Werthmann, mit Verweis auf die erst kürzliche Ernennung der Direktoren der neuen Finanzaufsichtsbehörden.
Vor dem Hintergrund, dass 60% der Universitätsabsolventen Frauen sind, mute dies doch recht seltsam an.

Auf Österreich bezogen, meint Werthmann mit dem Verweis auf die Statistik der EU-Kommission von 2010, welche die Situation von Frauen in Spitzenpositionen europaweit vergleicht: "Dass es hier den geringsten Anteil an Frauen in Topjobs gibt, ist völlig inakzeptabel". Auch sie ist der Überzeugung, dass es hier einer gesetzlichen Regelung bedarf und hält die Selbstverpflichtung, dadurch dass es keinerlei Konsequenzen bei Nichterfüllung nach sich zieht, für einen "schlechten Faschingsscherz", denn der Weltfrauentag fällt heuer auf den Faschingsdienstag.

Als unmittelbares Ziel, das es zu erreichen gelte, nennt Werthmann die Ungleichbehandlung in der Berufswelt: "Es entbehrt jeglicher Rechtfertigung, wenn Männer und Frauen - obwohl sie dieselbe Ausbildung durchlaufen haben und die gleich Arbeit verrichten -unterschiedliche Gehälter beziehen".

Mit der Beseitigung dieser Ungleichbehandlung stehen und fallen auch weitere Benachteiligungen der Frauen. Wenn Frauen weniger verdienen, ist es augenscheinlich, wer zu Hause bleibt, sobald sich diese Frage stellt, während wiederum die kontinuierlichen Lücken im Berufsleben von Frauen dazu führen, dass ihre Pensionen wesentlich geringer ausfallen und das Risiko der Altersarmut entsprechend steigt.

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