Moitzi ad Roth: Wo bleibt die Verantwortung der Wirtschaft?

Mär von der Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems beenden

Wien (OTS/SK) - "Wirtschaftsmann Roth sollte daran denken, dass zuerst die Wirtschaft gefordert ist, dafür zu sorgen, dass ältere Arbeitskräfte überhaupt länger im Erwerbsleben bleiben können", so SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst in einer Replik auf den Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft, der ein späteres Pensionsantrittsalter einfordert. "Wenn man bedenkt, dass derzeit viele Menschen zuerst arbeitslos werden, bevor sie in Pension gehen, wird klar, wie zynisch die Forderung von Roth ist", sagte Moitzi. ****

"Fakt ist, dass von der Wirtschaft bereits die jetzigen Schutzbestimmungen als Hindernis für die Beschäftigung Älterer angesehen werden", so Moitzi weiter. Gerade die Wirtschaft würde leistungsfähigere jüngere ArbeitnehmerInnen bevorzugen und Ältere dadurch aus dem Erwerbsleben drängen.

Generell sieht der SJ-Vorsitzende wenig Grund für Panikmache: "Der Aufwand für die Beamtenpensionen wird in den nächsten Jahren zurückgehen. Wenn die Politik Arbeitslosigkeit vernünftig bekämpft und die Frauenerwerbstätigkeit steigert - etwa durch Schaffung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten - sind keine finanziellen Engpässe in Sicht." Hohe Aufmerksamkeit müsse, so Moitzi, der Bekämpfung prekärer Arbeitsverhältnisse zukommen: "Auch hier ist die Wirtschaft gefordert: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse schaden den Betroffenen und dem Pensionssystem, da die schlechte Entlohnung kaum Beiträge liefert." Die angebliche Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems sei eine Mär neoliberalen Denkens, deren Interesse in Wahrheit in der Privatisierung des Rentensystems bestehe. "Wenn die Wirtschaft im Pensionssystem Geld einsparen will, könnte der Staat beispielsweise ohne weiteres die Steuerbegünstigungen für die private Zukunftsvorsorge streichen", empfiehlt Moitzi abschließend. (Schluss) up/pl

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