ÖH: Frauen an Universitäten weiterhin unterrepräsentiert

Habilitation muss abgeschafft werden

Wien (OTS) - Anlässlich des 100sten Internationalen Frauentages protestiert die Österreichische HochschülerInnenschaft gegen die diskriminierenden Verhältnisse an Österreichs Hochschulen. "Die Lage an den Universitäten ist trist - die Gleichstellung der Frauen bleibt weiterhin nur ein Lippenbekenntnis", so Sigrid Maurer vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung. "Die Mehrheit der Studierenden sind Frauen -aber weniger als zwei von zehn ProfessorInnen sind weiblich. Die zentrale Hürde ist hier die Habilitation - die Österreichische HochschülerInnenschaft spricht sich für ihre Abschaffung aus", so Maurer weiter.

"Nur 17 Prozent der ProfessorInnen sind weiblich. Die Habilitation ist in der Regel eine notwendige Voraussetzung, um für eine ProfessorInnenstelle in Frage zu kommen. Die Frauenquote bei den Habilitationen liegt extrem niedrig - nur rund 27 % der Habilitationen werden von Frauen abgelegt. Der Grund liegt meist in der Doppelbelastung von Frauen - sie müssen wegen festgefahrener Rollenverteilungen oftmals auch noch Kinderbetreuungspflichten übernehmen. Darüber hinaus gibt es kaum Kinderbetreuungsplätze an den Universitäten", so Thomas Wallerberger vom ÖH-Vorsitzteam. "Die Habilitation ist ein Flaschenhals für die universitäre Karriere von Frauen und als strukturelle Hürde abzuschaffen. Wie international üblich soll die Lehrbefugnis bereits mit der Promotion vergeben werden", so Wallerberger weiter.

"Wie in allen Lebensbereichen werden Frauen im universitären Bereich diskriminiert. Die Hochschulen sind nach wie vor patriarchale Institutionen - je höher die Position an der Universität, umso weniger Frauen gibt es. Trotz einer verpflichtenden Frauenquote existiert weiterhin die gläserne Decke - so ist die Wahl einer weiblichen Rektorin weiterhin mehr die Ausnahme denn die Regel", sagt Mirijam Müller, ÖH-Generalsekretärin. "Die Abschaffung der Habilitation ist ein erster notwendiger Schritt, um Frauen an den Hochschulen die gleichen Chancen zu garantieren", so das Vorsitzteam unisono.

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