Armutskonferenz an Bundesländer: Kein Sparen bei Kindern!

Frauentag: Gute Kinderbetreuung hilft gegen Armut. Und nie ist Zukunftsgeld so sinnvoll eingesetzt wie in der Frühförderung.

Wien (OTS) - "Kein Sparen bei Kindern", wendet sich die Armutskonferenz gegen Bundesländer wie Kärnten oder die Steiermark, die bei guter Kinderbetreuung sparen wollen. Und in anderen Ländern wie Niederösterreich, Vorarlberg, Tirol oder Salzburg gibt es noch viel zu tun.

"Gute Kinderbetreuung hilft. Gegen Armut von Frauen und gegen Kinderarmut", erinnert die Armutskonferenz anlässlich des morgigen internationalen Frauentags an die aktuelle Forschungslage. "Österreich liegt mit seinen Sozialdienstleistungen unter dem EU-Durchschnitt. Insgesamt entstehen bei Kinderbetreuung Win-win-Situationen zwischen Familieneinkommen, Arbeitsplätzen, Frühförderung von Kindern und Entlastung der Eltern. Hier gibt es viel ungenütztes Potential, das brach liegen gelassen wird.", betont das österreichische Anti-Armutsnetzwerk, dessen Mitgliedsorganisationen über 500 000 Hilfesuchende im Jahr unterstützen.

"Investitionen im frühkindlichen Bereich haben den höchsten pay off, das höchste return of investment, zahlt sich am meisten aus. Nie wieder wird man Zukunftsgeld so sinnvoll einsetzen können wie zu diesem Zeitpunkt. So birgt das Alter zwischen drei und sechs Jahren große Chancen, sozial benachteiligte Kinder spielerisch und individuell zu fördern. Eine integrative Pädagogik ist in dieser Phase ein schützender und stärkender Faktor für das Selbstbewusstsein der Kinder. Und hilft, die in ihnen angelegten Möglichkeiten zu entfalten. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren ist ein "window of opportunity", um mit einfachen Maßnahmen etwas gegen die Vererbung von Armut zu tun. Damit die Talente des Kinds und nicht die Herkunft der Eltern über die Zukunftschancen der Kinder entscheiden. Wichtig ist eine integrative Pädagogik, die sowohl mit behinderten Kindern als auch mit sozial benachteiligten Kids und mit unterschiedlichen Sprachen so umzugehen weiß, dass alle profitieren.

Soziale Investitionen zahlen sich aus. Budgetkonsolidierung und Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch, sondern gemeinsame Notwendigkeit und Gebot der Stunde.

Wichtige Reformen im föderalen System notwendig

Unausweichlich sind auch Reformen im Dschungel des föderalen Systems mit seinen neunmal unterschiedlichsten Regelungen, die in vielen Fällen sachlich nicht begründbar sind. So herrschen beispielsweise je nach Bundesland, je nach Bezirk, je nach Gemeinde unterschiedlichste Vollzugspraktiken. Dieselben Fragen stellen sich in den neun unterschiedlichen Jugendwohlfahrtsgesetzen oder den neunmal unterschiedlichen Kosten für dieselbe Pflegedienstleistung.

In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und Kinderbetreuung

"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den Profiteuren der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein entscheidender Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst die Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren mit Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht abwürgen, Jobs schaffen, Budget konsolidieren, Schwächen des Sozialstaats korrigieren, seine Stärken optimieren. Wer sozialer Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung des Finanz- und Bankensektors eintreten, sondern auch für die Stabilisierung des sozialen Ausgleichs.

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