Volkshilfe: "100 Jahre sind nicht genug"

Weidenholzer zum Internationalen Frauentag: "Viel erreicht, viel bleibt noch zu tun."

Wien (OTS) - Der erste Frauentag wurde 1911 begangen. Die zentrale Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen wurde in Österreich 1918 verwirklicht. "Zahlreiche andere Forderungen sind jedoch immer noch nicht eingelöst. Der 8. März stellt einen Auftrag dar, den Kampf um Gleichberechtigung fortzusetzen. 100 Jahre Kampf waren offensichtlich noch nicht genug. Es gibt noch viel zu tun", sagt der Präsident der Volkshilfe Österreich Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Internationalen Frauentags.

In Österreich sind mehr Frauen als Männer von Armut betroffen:
434.000 Frauen und 321.000 Männer über 20 Jahre leben unter der Armutsgrenze. Alleinerziehende Frauen und alleinlebende Pensionistinnen gehören zu den größten Risikogruppen. Frauen sind arm, weil ihre Arbeit geringer bewertet wird als die Arbeit von Männern. Frauen sind arm, weil sie immer noch den Großteil Pflege-und Betreuungsarbeit übernehmen. Über 80% der Frauen arbeiten im Dienstleistungsbereich. "Frauen leisten täglich wichtige Arbeit in der Versorgung anderer Menschen. Diese wertvolle Arbeit steht im krassen Gegensatz zu ihrer Bezahlung. Immer noch wird es höher bewertet, eine Waschmaschine zu reparieren als sich um einen kranken Menschen zu kümmern", so Weidenholzer. Als soziale Organisation, die Dienstleistungen im Pflege- und Sozialbereich anbietet, nimmt die Volkshilfe ihre Verantwortung in diesem Bereich wahr und tritt für Professionalisierung und leistungsgerechte Entlohnung ein.

Zentrale Forderungen der Volkshilfe sind:

  • Ausbau flächendeckender Kinderbetreuungseinrichtungen, von Ganztagsschulen sowie Ausbau der mobilen Pflege
  • Neubewertung so genannter Frauenberufe, diskriminierungsfreie Arbeitsplatzbewertung in den Kollektivverträgen
  • Volle Anrechnung von Karenzzeiten und Zeiten für die Pflege und Betreuung von Angehörigen auf die Pensionszeiten

"Johanna Dohnal, die große österreichische Kämpferin für Frauenrechte hat einmal gesagt: ,Die Vision des Feminismus ist nicht eine "weibliche Zukunft". Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.' Für diese Vision treten wir mit aller Kraft ein. Nicht nur am internationalen Frauentag", so Weidenholzer abschließend.

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Mag.a Verena Fabris
Leiterin Asyl & Migration / Armut
Mobil: 0676 83 402 220, E-Mail: verena.fabris@volkshilfe.at

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