AK Test Sparbücher: Hohe Spesen - mickrige Zinsen! 1

Sparbücher ohne Bindungsfrist sind Verlustgeschäft für Sparer

Wien (OTS) - Im Schnitt ein Achtel Prozent - so mager sind die Zinsen für Sparbücher ohne Bin-dung, also wenn man das Geld täglich abheben kann. Üppig hingegen können die Spesen sein. Das zeigt eine AK Mystery Shopping Erhebung bei sechs Wiener Banken. "Jetzt frisst auch noch die Inflation das Ersparte auf. Die Sparer zahlen drauf, sobald die Inflation den Zinssatz abzüglich der Kapitalertragssteuer über-steigt. Und das ist jetzt der Fall, weil die Inflation hoch ist", sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik. "Drum prüfe auch, wer sich nicht bindet!"

Die AK TesterInnen haben bei sechs Banken in Wien im Dezember 2010 ein Sparbuch ohne Bindungsfrist eröffnet. Es sollte demnächst eine Mietkaution aufs Sparbuch über-wiesen werden. Die geprüften Banken:
Bank Austria, Erste Bank, Hypo NÖ Wien, RLB NÖ Wien, BAWAG, Volksbank Wien.

Die Verzinsung bei Sparbüchern ohne Bindung beträgt 0,0625 (BAWAG, Volksbank Wien) und 0,125 Prozent (Bank Austria, Erste Bank Hypo NÖ Wien, RLB NÖ Wien) - abgezogen wird noch die Kapitalertragssteuer. "Netto bleibt dem Sparer bei diesen Zin-sen nichts übrig", sagt Zgubic. Besonders auffallend ist: Nur eine Bank (Volksbank) bot den TesterInnen ein variabel verzinstes Sparbuch an, das eine Zinsanpassungsklausel beinhaltet. Die restlichen Banken offerierten ein fix verzinstes Sparbuch, das täglich be-hebbar ist. "Bei diesen mickrigen Fixzinsen hat der Sparer, der einen Notgroschen auf die Seite legt, beinahe Null Prozent Zinsertrag", kritisiert Zgubic.

Die österreichischen Haushalte haben eine Menge Geld auf täglich fälligen Spareinla-gen liegen: 62 Milliarden Euro laut Statistik der Nationalbank (Stand Juni 2010). "Die Sparer, die ein Sparbuch ohne Bindungsfrist besitzen, sollten daher unbedingt regelmä-ßig den Zinssatz überprüfen", rät Zgubic. Zuletzt sind die Geldmarktzinsen (Euribor ein Monat), die auch für die Zinsanpassung von Sparbüchern bedeutsam sind, wieder merk-lich gestiegen - von 0,62 Prozent (September 2010) auf 0,89 Prozent (Februar 2011). "Bei steigenden Marktzinsen sollten daher auch die Zinsen für täglich fällige Sparbücher wieder nach oben klettern", sagt Zgubic.

Die Spesen können dagegen hoch sein: Drei Banken verrechnen Schließungsgebühren: 2,87 Euro (RLB NÖ Wien), 3 Euro (Volksbank Wien) und 5 Euro (Hypo NÖ). "Bei derartig mageren Zinsen fallen die Schließungsgebühren spürbar ins Gewicht", sagt Zgubic. "Sie können den Zinsertrag zur Gänze auffressen!"

"Auch bei den Informationen geizen die Banken nach wie vor", sagt Zgubic. Die Einla-gensicherung für ein Sparbuch macht 100.000 Euro pro Kunde und Bank aus. Vollständi-ge Angaben über die Einlagensicherung, die Zinsanpassung und die Sparbuchbedingun-gen fielen gelegentlich unter dem Tisch. "Die Hälfte der Banken lässt die Sparer über diese Informationen im Unklaren", so Zgubic.
SERVICE: Die AK Erhebung und eine Checkliste mit Tipps für Neuabschlüsse von Sparbüchern finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at (Forts.)

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