Entgegnung Statistik Austria zu Peter Rabls Kommentar im KURIER vom 6.3.2011 "Inflationswarenkorb ist eine Mogelpackung"

Wien (OTS) - In dem am Sonntag, 6.3.2011 im Kurier erschienenen Kommentar von Peter Rabl zum Inflationswarenkorb werden mehrere unzutreffende Behauptungen aufgestellt, die Statistik Austria hiermit richtig stellt:

1. Die Einschätzung von Herrn Rabl, der Warenkorb sei "unrealistisch" und steht im "eklatanten Widerspruch zum realen Leben der Konsumenten" ist unrichtig und entspricht nicht den Fakten. Die Gewichtung der einzelnen Positionen im Warenkorb zur Berechnung des Verbraucherpreisindex (VPI) spiegelt genau das durchschnittliche Kaufverhalten österreichischer Haushalte wider. Dazu wurden 2009/10 mehr als 6.500 österreichische Haushalte detailliert befragt. Darüber hinaus wurden die erhobenen Daten anhand der Umsatzdaten des privaten Konsums plausibilisiert.

2. Der "Miniwarenkorb" repräsentiere das reale Leben viel besser. Statistik Austria errechnet neben dem VPI auch einen "Mikrowarenkorb", der den täglichen Einkauf repräsentiert, und einen "Miniwarenkorb", der den wöchentlichen Einkauf abbilden soll (hier bringt Rabl die Begrifflichkeiten etwas durcheinander). Ersterer besteht rein aus Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, letzterer beinhaltet neben Lebensmitteln u.a. auch Ausgaben fürs Tanken. Gerade die großen Ausgaben, wie ein Autokauf oder der Kauf großer Elektrogeräte, spielen aber, was die langfristige Kaufkraft von Haushalten betrifft, eine wesentliche Rolle. Auch wenn diese Käufe seltener getätigt werden, sind diese Güter aus einem repräsentativen Warenkorb nicht auszuschließen - hier würde die Darstellung allein des täglichen Einkaufs das Bild verfälschen.

3. Das Zitat des Generaldirektors der Statistik Austria, der "Mogel-Warenkorb zulasten der Konsumenten" "...wurde vor Jahren politisch so festgelegt" ist unrichtig und wurde so niemals gesagt. Beim Pressegespräch der Statistik Austria am 28.2.2011, bei dem Herr Rabl nicht anwesend war, erläuterte Generaldirektor Pesendorfer auf Anfrage, warum neben dem auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auch ein nationaler Verbraucherpreisindex (VPI) berechnet würde: "Die Tatsache, dass neben dem HVPI die Berechnung des nationalen VPI weitergeführt werden solle, ist vor Jahren von der Politik so entschieden worden. Dies ist mit der besseren Abbildung des Konsumentenverhaltens österreichischer Haushalte (z.B. ohne Konsum von ausländischen Touristen) durch den nationalen VPI begründet." Die Zusammensetzung und Gewichtung des VPI und des HVPI werden auf Basis der modernsten wissenschaftlichen Methoden und Verfahren erstellt und laufend angepasst - mit politischen Entscheidungen oder Einflussnahmen hat dies überhaupt nichts zu tun.

Statistik Austria hält mit Bedauern fest, dass unzulänglich recherchierte Artikel und falsch dargestellte Zitate in einer sehr wichtigen Thematik häufig mehr Unsicherheit vermitteln als Informationen und lädt alle Konsumentinnen und Konsumenten ein, sich bei etwaigen Fragen zur Berechnung der Inflationsrate direkt an Statistik Austria zu wenden.

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