ÖGKV : Pflege im 21. Jahrhundert ist weiterhin weiblich dominiert

Wien (OTS) - Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband - ÖGKV nimmt den 100. Frauentag zum Anlass, die nach wie vor weitgehend durch Frauen erbrachten Leistungen im Rahmen des umfangreichen und großen Praxisfeldes der Pflege zu verdeutlichen. Nach wie vor sind es in erster Linie Ehefrauen, Töchter, Schwiegertöchter, Enkeltöchter die für Pflegebedürftige rundum zu sorgen haben. Dies oft unter schwierigsten Umständen bei niedrigster Entlohnung, geringer sozialer Absicherung und unter Umständen sogar verbunden mit dem Verzicht auf die eigene berufliche Karriere.

Trotz zunehmender Professionalisierung der Pflegeberufe ist die tatsächliche Leistung im Versorgungssystem noch immer nicht genügend anerkannt. Anders als vor 100 Jahren sind Pflegefachkräfte heute ein wesentlicher Faktor des Arbeitsmarktes, selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise gibt es immer noch genügend Pflegefachkräfte. Der Professionalisierungsprozess dieser Berufsgruppe ist zwar seit Längerem auch in Österreich in Gang, zu einer wirklichen Harmonisierung beispielsweise am Ausbildungssektor sind sowohl national als auch international wesentliche Umsetzungsschritte noch nicht erfolgt. Darüber hinaus sind leistungsgerechte Entlohnung und arbeitsrechtliche Standards für Pflegefachkräfte offenkundig nicht selbstverständlich, wie Medienberichte der letzten Wochen beweisen. Leistungsverdichtung und unreflektierte Ökonomisierung des Versorgungssystems werden vorwiegend auf dem Rücken von Pflegekräften ausgetragen.

"Lohndumping wird sich empfindlich negativ auf die Versorgungssituation von Pflegebedürftigen und sozial benachteiligten Gruppen in vielerlei Hinsicht auswirken. Die Defizite des Systems sind nicht durch die soziale Kompetenz der Pflegeberufe zu kompensieren", warnt Ursula Frohner, Präsidentin ÖGKV und Vorsitzende der Österreichischen Pflegekonferenz.

Um den komplexen Aufgaben und steigenden Anforderungen am Pflegesektor adäquat begegnen zu können, bedarf es dringend einer Anhebung der Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in den tertiären Bildungsbereich, eine damit verbundene Definition der Fachpflegehandlungsfelder und dementsprechende Entscheidungskompetenzen im System. Es gilt im 21. Jahrhundert den professionellen Aspekten der, nach wie vor zu einem großen Anteil von Frauen ausgeübten Pflegeberufe, mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen.

Der Einsatz der jungen Frauen von heute für die Gestaltung des Lebens mit Pflegebedürftigen sowie das Erleben von Krankheit ist hier von enormer Bedeutung.

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Ursula Frohner, Präsidentin
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