Österreichische Radiologen im internationalen Vergleich exzellent

Anlässlich des heute endenden Europäischen Radiologenkongresses: Kosteneffizienz und Häufigkeit von radiologischen Untersuchungen in Österreich

Wien (OTS) - Vergleichbare Zahlen zu radiologischen Untersuchungen in Österreich zu bekommen ist auf Grund der bundesländer-spezifischen Unterschiede bei der Datenerfassung schwierig. Experten sind aber in der Lage Patientenaufkommen, angeforderte Maßnahmen und durchgeführte Leistungen in adäquate vergleichbare Zahlen zu bringen.

Professor Dimiter Tscholakoff, Vorstand des Zentralröntgen-Instituts an der Wiener Rudolfstiftung und Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG), kann für sein Krankenhaus eine genaue Übersicht der erbrachten radiologischen Leistungen bieten: "Aus meinem Bereich kann ich repräsentativ für ein größeres Krankenhaus, mit einer Kapazität von 800 Betten, sprechen: Es werden über 70.000 Maßnahmen pro Jahr in einem zentralen Radiologie-Institut angefordert und für diese Patienten knapp über 90.000 Leistungen durchgeführt".

Die häufigste Untersuchung ist nach wie vor das konventionelle Röntgen, gefolgt von CT (Computertomographie) und Ultraschall. Bei der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) konnte in den letzten Jahren ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden.

Leistungen werden nicht nur von Radiologen angeboten
Eine Erfassung aller Daten gestaltet sich auch deshalb schwierig, da nicht alle Leistungen von Fachärzten der Radiologie angeboten werden, sondern wie z.B. Unterschall-Untersuchungen auch von anderen Ärzten im niedergelassenen Bereich durchgeführt werden. Die ÖRG hat hier laut Tscholakoff keinerlei Bedenken, solange gewisse Standards erfüllt werden: "Bei entsprechender Ausbildung und Einhaltung der Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (ÖGUM) besteht hier seitens der Radiologie kein Einwand". Bei allen übrigen radiologischen Tätigkeiten hält die ÖRG wie auch die Bundesfachgruppe Radiologie der Ärztekammer (BURA) aber fest, dass, "sowohl hinsichtlich Kenntnissen als auch Fertigkeiten, die im Ausbildungs-Curriculum und der Facharztprüfung festgelegt sind, nur Fachärzte für Radiologie solche Leistungen verantwortlich durchführen können". Ausgenommen ist hiervon die konventionelle Radiologie, im Zuge der Unfallchirurgie, wo die Ärzte bereits während ihrer Ausbildungstätigkeit fachgerecht auf ihre spätere, teils radiologische Tätigkeit, vorbereitet werden.

Österreichische Radiologen im internationalen Vergleich exzellent Im internationalen Vergleich stehen die österreichischen Radiologen sehr gut da. Eine ganz besondere Ehre wurde Professor Christian Herold von der Wiener Medizinischen Universität zu teil, der als erster Nicht-Amerikaner die Honorary-Lecture am amerikanischen Radiologenkongress halten durfte.
Am European Congress of Radiology 2011 (ECR), der jährlich in Wien stattfindet und heute endet, hielt dieses Jahr mit Professor Majda M. Thurnher von der Medizinischen Universität Wien die erste Österreicherin die Pierre et Marie Curie Honorary Lecture.
Auch die radiologische Forschung hat in den letzten Jahren in Österreich einen großen Aufschwung erlebt und ihren Höhepunkt in der Gründung des Wiener "Exzellenzzentrum für Hochfeld-MR" gefunden, eine der wenigen Forschungseinrichtungen Europas, die über einen 7 Tesla Ultra-Hochfeld MR-Tomographen verfügt.

Genauigkeit geht vor Kosten
Die allgemein verbreitet Meinung, dass radiologische Untersuchungen grundsätzlich teuer sind lässt Tscholakoff allerdings nicht gelten:
"Natürlich sind Großgeräte teuer in Anschaffung und Betrieb, ebenso fallen hier auch die Personalkosten bzw. die finanziellen Aufwendungen zur Aus und Weiterbildung der Fachkräfte ins Gewicht. Allerdings garantiert eine adäquate Nutzung und Auslastung dieser Geräte eine stabile und moderne medizinische Versorgung.
Dabei ist zu beachten, dass kostenmäßig nie eine diagnostische Maßnahme zu teuer sein kann, wenn es darum geht unnötige Operationen, teure medikamentöse Therapien und unnötig lange Krankenhausaufenthalte zu reduzieren".

Mittels effizienter Diagnostik und der daraus ermöglichten zielgerichteten Behandlung lässt sich am besten gegen einen der größten Kostenfaktoren im Gesundheitssystem, den langen stationären Aufenthalt, ankämpfen.

Radiologie auf der Suche nach Nachwuchs
Ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der radiologischen Disziplin in Österreich wird sicherlich die Ausbildung der zukünftigen Radiologen, sowohl auf dem Gebiet der Diagnostik als auch dem der interventionellen Radiologie, sein.
Im Moment bemüht sich die Radiologie besonders darum, genügend angehende Ärzte für ihre Disziplin begeistern zu können:"Radiologie ist zurzeit ein sogenanntes Mangelfach", zeigt sich Tscholakoff besorgt "und wir sind aufgefordert viele interessierte und engagierte junge Kollegen für unseren Fachbereich zu begeistern".

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