Bundesministerin Heinisch-Hosek: Frauen haben immer schon Geschichte geschrieben

Frauenministerin bei Festveranstaltung zum 100. Internationalen Frauentag im Parlament

Wien (OTS) - "Nicht erst seit 100 Jahren bewegen Frauen die Entwicklung unserer Gesellschaft. Frauen haben immer schon Geschichte geschrieben", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute im Parlament anlässlich einer Festveranstaltung zum 100. Internationalen Frauentag. Bei vielen Künstlerinnen und Literatinnen erwies sich meist, dass sie und ihre Leistungen nicht beachtet wurden. Und:
"Frauen sind auch als Wissenschafterinnen unbedankt geblieben, und was in der Geschichte mit Naturheilerinnen passiert ist, wissen wir alle."

Doch vor nunmehr 100 Jahren seien die Frauen für ihre Rechte auf die Straße gegangen. "Seither ist einiges passiert, was die Situation der Frauen verbessert hat. Und es sind immer die Frauen selbst gewesen, die den Anstoß für Veränderungen gegeben haben ", sagte Heinisch-Hosek. Natürlich habe es dabei mitunter auch Unterstützung durch Männer gegeben, wie etwa durch Christian Broda bei der Familienrechtsreform in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Was bis dahin nur im Schritttempo passierte, sei in den letzten 40 Jahren im Zeitraffer abgelaufen.

Trotzdem würden auch heute noch zwei Drittel der unbezahlten Arbeit von den Frauen erledigt, die auch überproportional schlecht bezahlte Tätigkeiten ausüben. "Die Arbeit an den Menschen - und das ist jene Arbeit, die vorwiegend von den Frauen geleistet wird - ist immer noch schlechter bezahlt, als die Arbeit an Maschinen", sagte Heinisch-Hosek.

Um sicherzustellen, dass sich die notwendige Gleichstellung der Geschlechter weiter entwickeln könne, stünden drei Themen im Mittelpunkt: die seit Anfang März verpflichtende Einkommenstransparenz für Unternehmen, die erst zu beschließende Quote für Führungspositionen und die bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit. Letzteres sei nur möglich, wenn der Bund dafür Sorge trage, dass ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen.

"Niemandem ist ein Lebensentwurf vorzuschreiben. Alle sollen das Recht haben, ihr Leben so zu gestalten und zu leben, wie sie es wollen und mit wem sie wollen", sagte die Ministerin. Deshalb arbeite sie daran, dass der Mindestlohn von 1.300 Euro - von dem vor allem Frauen leben müssten - möglichst bald für alle Sparten festgeschrieben werde. "Das wollen wir bis zum nächsten Jahr erreichen", sagte Heinisch-Hosek.

Die Ministerin gratulierte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, der ersten Frau in dieser Position, weil es ihr bei den Veranstaltungen der letzten Jahre im Parlament gelungen sei, die Frauen sowohl als Akteurinnen als auch als Besucherinnen präsenter zu machen.

Schwerpunkte der heutigen Festveranstaltung im Parlament anlässlich des 100. Frauentages waren im Rahmen von "Open Space" Frauen in der Politik, in der Wirtschaft, im Sport und im Öffentlichen Raum gewidmet. Die Besucherinnen hatten zudem Gelegenheit, sich an über 20 Infotischen in der Säulenhalle über Frauenorganisationen zu informieren.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149, 0664/610 62 76
julia.valsky@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003