- 04.03.2011, 09:27:13
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ARBÖ: Einführung von E10 soll verschoben werden
Schädigt Autos, Umweltnutzen fragwürdig und auch noch teuer
Wien (OTS) - Der ARBÖ fordert Umweltminister Dipl.-Ing. Nikolaus
Berlakovich auf, die für Oktober nächsten Jahres geplante Einführung
der Spritsorte E10 dringend zu verschieben. "Zuviel Fragen sind noch
ungeklärt. Viele Autos verkraften E10 nicht. Der Umweltnutzen ist
fraglich. Wegen des hohen Getreidepreises ist E10 momentan sogar noch
teurer als Diesel", bekräftigt der ARBÖ seinen Vorstoß.
Österreich hat bei den biogenen Kraftstoffen überhaupt keinen
Grund zur Eile, denn das von der EU vorgegebene Ziel, dass 5,75
Prozent der Kraftstoffe biogen sein müssen (gemessen am
Energiegehalt), hat Österreich ja ohnehin erfüllt, indem unserem
Benzin bereits knapp fünf Prozent Ethanol und unserem Diesel knapp
sieben Prozent Biodiesel aus Raps zugemischt sind. "Damit spielt
Österreich in der EU schon jetzt eine Vorreiterrolle", betont Mag.
Gerald Kumnig, Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung.
E10 ist Benzin, dem knapp 10 Prozent Ethanol beigemischt werden
soll. Bereits im Entwurf zur Kraftstoffverordnung, hat der ARBÖ
trifftige Gründe dagegen deponiert. "Vor allem ältere Pkw verkraften
diese hohe Beimischung nicht", bekräftigt der Leiter der
ARBÖ-Rechtsabteilung die Bedenken der ARBÖ-Techniker. Mindestens 10
bis 20 Prozent aller Benzin-Pkw können diese Sorte nicht tanken, das
sind 200.000 bis 400.000 in Österreich. In einem Land wie Österreich,
in dem der Gebrauchtwagenmarkt mehr als doppelt so groß ist als der
Neuwagenmarkt, ist das besonders schwerwiegend.
"Alles spricht für eine Verschiebung. Solange die Voraussetzungen
für eine genaue Zertifizierung nicht geschaffen sind, bleibt der
Umweltnutzen ohnehin fraglich", so Kumnig. Derzeit ist eine
Zertifizierungsstruktur nicht einmal im Ansatz vorhanden, schon gar
nicht in den Herkunftsländern von Getreide und Raps. "Die lang
versprochenen Biokraftstoffe der zweiten Generation, bei der nicht
nur die Frucht, sondern die gesamte Pflanze verwendet wird, ist weit
und breit nicht in Sicht."
Zudem sind die Getreidepreise derzeit so hoch, dass diese
Spritsorte, die ja die fossilen Treibstoffe teilweise ersetzen
sollte, sogar noch teurer ist. "Das schafft kaum Anreize für ein
Umsteigen", so der ARBÖ. Ethisch umstritten ist nach wie vor, warum
Getreide in den Tank und nicht auf die Teller kommen soll.
Rückfragehinweis:
ARBÖ Interessensvertretung & Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 891 21-280, mobil: 0664/60 123 280
mailto:[email protected]
http://www.arboe.at
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