Wlodkowski zu Sauenhaltung: Gesundheitsminister muss mit Bauern reden

Interessenvertretung sieht Gespräche vor Entscheidungen als unabdingbar an

Wien (OTS) - "Ehe der Gesundheitsminister im Bereich der Reform
der Sauenhaltung eine endgültige Entscheidung fällt, muss er unbedingt mit den betroffenen Bauern und mit der Wissenschaft Gespräche führen. Wir sehen eine Fachdiskussion zu diesem Thema mit allen Beteiligten als zwingend an. Man kann nicht über die Köpfe einer ganzen Berufsgruppe hinweg Fakten setzen, ohne die Gruppe gehört zu haben. Außerdem gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gelegenheit für eine ausführliche wissenschaftliche Debatte zu diesem Thema, in der die Fakten für eine endgültige Entscheidung abgewogen hätten werden können", verlangte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, vom Gesundheitsminister ein Fachgespräch zum Thema.

Gefahr für 500.000 Ferkel

Bekanntlich will der Gesundheitsminister per Verordnung die Haltung der Muttersauen weit über die EU-Standards hinaus verschärfen. Er nimmt dabei in Kauf, dass dadurch eine halbe Million Ferkel in Gefahr gebracht werden. Konkret würde ein Verbot des Ferkelschutzkorbs massive Änderungen des Haltungssystems für Zuchtsauen in der Säugephase der Ferkel bedeuten. Die Ferkelerzeuger schätzen, dass durch den Ferkelschutzkorb bis zu 500.000 Tiere pro Jahr vor dem Erdrücken gerettet werden.

Umstellung auf Gruppenhaltung im Gange

Gemäß EU-Recht müssen die Muttersauenhalter bis Anfang 2013 ohnehin schon auf die Gruppenhaltung umstellen. Dies stellt einen der wichtigsten Schritte der letzten Jahrzehnte zu mehr Tierschutz in der Zuchtsauenhaltung dar. Wlodkowski: "Die landwirtschaftliche Interessenvertretung steht einer fachlichen Debatte aufgeschlossen gegenüber. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass von allen Diskussionspartnern von vornherein akzeptiert wird, dass Österreich auch am Schweinesektor im EU-Warenverkehr steht und dem freien Wettbewerb ausgesetzt ist, dass die Erwerbsfreiheit der Schweinebauern nicht geschmälert wird und nationale Alleingänge keine Lösung sind."

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