E-Day 2011 Schwerpunkt Cloud Computing: Risiken ernst nehmen, aber nicht Kopf in den Sand stecken

Geschäftsanforderungen ändern sich fünf mal schneller als firmeneigene IT-Equipment

Wien (OTS/PWK141) - Eine kontroverse, spannende Diskussion zu
Cloud Computing, "Abschied vom Server-Kammerl", fand am E-Day 2011 statt. Werner Dorfmeister, Sprecher der UBIT Experts Group E-Business, präsentierte die Vorteile, während Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der WKÖ, vor den Risiken der "Wolke" warnte. Christian Kesberg, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in New York, steuerte Einschätzungen aus der Praxis vom weltweit größten Markt für Cloud Computing, den USA, bei.

Dorfmeister steht den IT-Lösungen aus der Wolke positiv gegenüber:
"Im kommenden Jahr haben 20 Prozent von Österreichs Betrieben keine eigenen IT-Assets mehr. Die Geschäftsanforderungen ändern sich in der heutigen Zeit fünf mal schneller als die firmeneigene IT-Ausstattung. Hier kann Cloud Computing ansetzen. Die Wolke ist ein riesiger Hype, mit dem Unternehmen ihre Kosten senken, flexibler agieren und auch die Qualität heben können. Unternehmen nutzen ein IT-Service nur dann, wenn sie es brauchen, und zahlen nur das, was sie nutzen. Lastspitzen können auch leichter ausgeglichen werden." Ein Beispiel demonstriert den Nutzen: "Die Kostenreduktion kann für den Betrieb dramatisch sein. Ein Unternehmen kann für eine Mailbox 10 bis 15 Dollar pro Monat zahlen. Durch Cloud-Anwendungen lassen sich diese Kosten auf ein bis drei Dollar pro Mailbox und Monat reduzieren."

Bundesspartenobmann Pollirer warnte vor den Risiken der Wolke:
"Nicht immer kommt alles Gute von oben." Jedes Unternehmen müsse eine Risikoanalyse durchführen: Was spricht für und was gegen die Cloud? Und wo sind meine Daten? "Auch wenn mein Unternehmen Daten auslagert, bleibt der Cloud-Nutzer Herr über die Daten und trägt damit die Verantwortung. Daher warne ich davor, heikle Daten in die Wolke zu stellen. Ich würde mir beispielsweise nicht wünschen, dass meine Gesundheitsdaten in der Wolke herum schweben." Der ausgewiesene IT-Security-Experte forderte daher ein harmonisiertes Datenschutzrecht auf europäischer und internationaler Ebene.

Wirtschaftsdelegierter Kesberg brachte seine Erfahrungen vom größten Cloud-Computing-Markt der Welt ein: "Eine ganz entscheidende Entwicklung ist in den USA, auch für einen Nicht-IT-Experten wie mich, zu beobachten: More Data. Unternehmen brauchen höhere Rechnerkapazitäten, mehr Speicher und Softwareanwendungen, die auf ihre Bedürfnisse eingehen. Der Markt verändert sich rasant: Heute haben 30 Prozent der Amerikaner mehr Computerpower mit ihrem Handy in ihrer Hosentasche, als sie vor wenigen Jahren noch auf ihrem Desktop stehen hatten. Die traditionelle IT wird zunehmend durch Cloud-Anwendungen ersetzt. Das ist die Zukunft. Wir müssen mit Vorsicht an diese Sache herangehen, dürfen den Kopf aber nicht in den Sand stecken." (AC)

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