Industrie für technologiegetriebenen Umbau des Energiesystems

IV-Forderung für neue europäische Klimaperspektive - Industrielle Basis in Europa erhalten - Hedegaard-Absichten befremdlich

Wien (OTS/PdI) - Als "befremdlich" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer die aktuellen Absichten von EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard hinsichtlich eines unilateralen Ansatzes zur Erreichung des Langfristzieles im Jahr 2050. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der international völlig festgefahrenen Klimaverhandlungen "standortpolitisch absolut kontraproduktiv", so Beyrer nach einer Aussprache der europäischen Industrieverbände mit der Kommissarin heute, Donnerstag, in Brüssel, an dem bereits auch der designierte IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer teilnahm. "Die Welt wird in absehbarer Zeit kein Klimaabkommen nach dem Muster des Kyoto-Regimes mit verpflichtenden Zielen für die wirtschaftlich bedeutenden Staaten mehr sehen. In dieser Situation - noch dazu auf einer fragwürdigen Datenbasis - die industrielle Basis weiter in Europa zu belasten und mit illusorischen Langfristzielen jede strategische Perspektive zu gefährden, während sich die Boomregionen der Welt jeder verpflichtenden Vereinbarung verweigern, ist für die Industrie nicht nachvollziehbar. Klimaschutz ist eine globale Herausforderung. Was wir in Europa brauchen ist daher ein technologiegetriebener Umbau des Energiesystems zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit", so der IV-Generalsekretär.

"Gerade die jüngste Krise, von der wir uns eben erst erholen, hat gezeigt, dass es die industrielle Basis ist, die den Wohlstand Europas sichert und uns wieder aus der Krise geführt hat. Jetzt damit zu argumentieren, dass durch die Krise höhere Ziele leichter erreichbar seien, ist zynisch und gefährdet Wachstum und damit Arbeitsplätze auf dem Kontinent", sagte Beyrer. Auch dem wiederholt vorgetragenen Argument, höhere Ziele würden die Entwicklung neuer Technologien beschleunigen, sei wenig abzugewinnen. "Tatsache ist, dass gerade jene Staaten, die sich zu keinen Klimazielen verpflichten, wie China und die USA bemerkenswerte Erfolge im Bereich neuer Technologien vorzuweisen haben. Die simple Kausalität 'höheres Klimaziel führt zu neuen Technologien' ist eher naiv als empirisch fundiert", so Beyrer.

Einmal mehr plädiert die Industrie für ein neues Verständnis von Klimapolitik. "Kern einer solchen, neuen europäischen Klimapolitik muss ein 'globalisierungsfähiges Wirtschaftssystem' sein, das durch seinen ökonomischen, ökologischen und sozialen Erfolg als Vorbild wirkt", betonte Beyrer. Dazu sei eine technologie- und innovationsgetriebene "Transformationsstrategie" für das gesamte Energiesystem erforderlich, um den Standort Europa in seiner Gesamtheit zu ertüchtigen. "Reduktionsziele ergeben sich demnach aus technologiepolitischen Zielsetzungen und nicht umgekehrt", erklärte der IV-Generalsekretär.

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