Papst räumt in neuem "Jesus-Buch" mit antijudaistischen Klischees auf

Evangelienberichte haben keinen "rassistischen Charakter", so Benedikt XVI. in einer vorab veröffentlichten Passage

Vatikanstadt, 03.03.11 (KAP) Papst Benedikt XVI. räumt in seinem neuen "Jesus-Buch" mit dem klassischen antijudaistischen Urteil auf, den Juden käme eine kollektive Schuld am Tod Jesu zu. Dagegen unterstreicht Benedikt XVI. im zweiten Band seiner Jesus-Biografie, dass die Forderung nach der Hinrichtung Jesu nur von Teilen der damaligen Tempelaristokratie sowie von Anhängern des Widerstandskämpfers Barabbas erhoben worden sei. Auf keinen Fall hätten die entsprechenden Äußerungen der Evangelien einen "rassistischen Charakter", unterstreicht der Papst in vorab veröffentlichten Passagen aus dem siebenten Kapitel des Buches. Veröffentlichungstermin für das Werk ist der 10. März.

Weiters heißt es in den vorab publizierten Passagen: "Die echte Gruppe der Ankläger waren zeitgenössische Tempelkreise", aus Anlass der Amnestie, die vor dem Pessach-Fest gewährt worden sei, habe sich "die Masse der Unterstützer des Barabbas" hinzugesellt. Der Papst, der das Buch auch unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Ratzinger als Wissenschaftler veröffentlicht, betont weiter, Jesus sei Jude gewesen. Seine gesamte ursprüngliche Gemeinde habe aus Juden bestanden.

Das neue Buch behandelt die Zeit vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zur Auferstehung. Der erste Teil, der 2007 erschien, befasste sich mit dem öffentlichen Wirken Jesu von seiner Taufe im Jordan bis zur Verklärung. Derzeit arbeitet Benedikt XVI. am dritten Teil über die Kindheitsgeschichte Jesu. Besonderes Interesse dürfte das siebente Kapitel hervorrufen, in dem der Prozess gegen Jesus geschildert wird.

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