Gehaltsminus von Managerinnen noch drastischer

WdF: "Wirtschaftskrise traf Frauen in Führungsetage überproportional"

Wien (OTS) - Durchschnittlich 70.000 Euro betrug der Unterschied beim jährlichen Gesamteinkommen im Top-Management. Statt 181.300 Euro Jahresbrutto kommen Frauen in der ersten Führungsebene - hier sind gerade 7 % der Manager weiblich - nur auf 111.000,-. Diese Zahlen legt das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) im Vorfeld des Welt-Frauentages vor. "Verantwortlich dafür sind überdurchschnittliche Einkommensverluste der Managerinnen in der Wirtschaftskrise", so WdF-Generalsekretär Mag. Roland Graf. "Diese betrugen 16 % bei den weiblichen Führungskräften, aber nur 4 % bei den Männern".

Die Ungleichbehandlung setzt bereits bei der Vertragsgestaltung ein. Wenig überraschend sind HR, Marketing und Produktmanagement überproportional weibliche Unternehmensbereiche, so die von Triconsult durchgeführte Studie: Nur 38 % der Top-Managerinnen erhalten variable Gehaltsbestandteile, bei den Männern sind es 66 %! "Seit 29 Jahren erheben wir jetzt die Managereinkommen auf einer breiten Datengrundlage (713 Befragte), der geschlechtsspezifische Unterschied von mehr als einem Drittel ist ebenso deutlich wie inakzeptabel", so Graf.

Auch die Gehaltsschere in der zweiten Führungsebene klafft mit 19 % (Euro 90.000 zu Euro 110.500) immer noch beträchtlich auseinander. Symbolische und systematische Benachteiligungen gibt es auch hier. So werden Firmenautos fast doppelt so gern an männliche Abteilungsleiter als an weibliche (34 % der Frauen, aber 62 % der Männer) vergeben. Keinen Unterschied macht das Geschlecht auf diesem Führungslevel bei den geleisteten Überstunden und der Gehaltszufriedenheit (2,1 auf der Schulnoten-Skala).

Die gute Nachricht zum Welt-Frauentag 2011 liegt in einer zwar langsamen, aber doch auf mehreren Ebenen erkennbaren Verbesserung dieser Gehaltsschere, so Graf. "Bei den Gehaltserhöhungen 2010 erhielten Managerinnen mit 4,8% mehr als ihre männlichen Kollegen (3,2 %). Zudem steigt der Anteil an Frauen bei den unter 39-jährigen Managern, auch einige Unternehmensbereiche nähern sich der Parität zumindest, so sind etwa 40% aller Marketingmanager weiblich".

Die im Zuge der Finanzkrise aufgeworfene Frage, ob Managerinnen besser führen, lässt sich zwar nicht beantworten, allerdings ist die Zufriedenheit mit Frauen an der Spitze beachtlich: 92 % der Managerinnen der ersten Ebene haben einen unbefristeten Dienstvertrag (gegenüber nur 80 % bei den männlichen Kollegen).

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Mag. Roland Graf
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