100 Jahre Frauentag - Kadenbach: "Medizinische Versorgung muss Bedürfnisse von Frauen stärker berücksichtigen"

SPÖ-Gesundheitspolitikerin im Europäischen Parlament will Angebot verbessern

Wien (OTS/SK) - Zum Internationalen Frauentag am 8. März - der Tag jährt sich heuer zum 100. Mal - erinnert die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach an die Geschlechterunterschiede im medizinischen Bereich. Die Abgeordnete setzt sich dafür ein, dass die Bedürfnisse von Frauen bei der medizinischen Versorgung stärker berücksichtigt werden. "Die Lebenserwartung von Frauen hat sich in diesen 100 Jahren deutlich verbessert - in Österreich von rund 48 Jahren auf aktuell 83 Jahre. Frauen haben Untersuchungen zufolge oftmals eine bessere biologische Verfassung und Immunabwehr. Sie führen in der Regel auch einen weniger riskanten Lebensstil", erklärt Kadenbach am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Die SPÖ-EU-Abgeordnete macht aber auch darauf aufmerksam, dass Frauen als Gesundheitsmanagerinnen in der Familie häufig auf sich selbst vergessen. Kadenbach fordert zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auf: "Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind nicht nur beim Partner und den Kindern angesagt. Auch Frauen selbst sollen bewusst ihre eigene Gesundheit pflegen."

Doch auch die Medizin müsse die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern respektieren und besser darauf eingehen. Als Beispiel nennt Kadenbach: "Reicht bei Männern ein Belastungs-EKG, um Durchblutungsstörungen nachzuweisen, ist für Frauen die sogenannte Spiroergometrie aussagekräftiger. Dabei wird neben der Herzfrequenz über eine Maske auch die Sauerstoffaufnahme und -sättigung gemessen."

In einem Bericht über den Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der EU im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit fordert das Europäische Parlament die Kommission auch klar dazu auf, sicherzustellen, dass die Verringerung gesundheitlicher Ungleichheit auch in der zukünftigen Initiative zum gesunden Altern umfassend berücksichtigt wird. Die Abstimmung im Plenum erfolgt kommende Woche in Straßburg.

Beim männlichen Arzt würden Frauen leider immer wieder vorurteilsbehaftet behandelt: So müssten sie im Schnitt doppelt so oft zum Arzt gehen, damit ihre Symptome ernst genommen werden, kritisiert die EU-Abgeordnete. "Ihre Beschwerden werden auch eher als psychosomatisch gedeutet. So diagnostizieren Ärzte bei Frauen eher psychische Störungen, wie zum Beispiel Depressionen, als bei Männern. Frauen bekommen auch häufiger Schlaf- oder Schmerzmittel oder Psychopharmaka verordnet", kritisiert Kadenbach.

Anlässlich des 100. Internationalen Frauentages am 8. März will sie die nötigen Verbesserungen für Frauen in Erinnerung rufen. In ihrer Funktion als Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Nahrungsmittelsicherheit des Europäischen Parlaments wird Kadenbach eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung in ganz Europa weiter unterstützen. (Schluss) bj/mp

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