"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Lagerkampf ums Heer"

Der Frontverlauf im Wehrpflicht-Streit wird für die Koalition lebensbedrohlich.

Wien (OTS) - Alle Zeichen stehen ausnahmsweise auf rot-schwarzen Konsens. Bis gestern hatte sich die Regierung Zeit gegeben, die erste Etappe der Heeresdebatte zu nehmen. Heute soll die sogenannte "Sicherheitsdoktrin" vom Ministerrat abgesegnet werden: Ein zeitgemäßes Bild der Sicherheitslage Österreichs - ohne überkommene Szenarien von marodierenden Soldaten aus dem wilden Osten und Panzerabwehrschlachten im Marchfeld.
Die Einigung auf das neue wahre Bedrohungsbild durch organisierte Kriminalität zu Lande und in der virtuellen Welt ist kein Hoffnungssignal auf ein Happy End im Wehrpflicht-Streit. Im Gegenteil: Rot und Schwarz sind mehr denn je auseinander (siehe Artikel rechts).
"Fifty-fifty" schätzte der mächtige Wiener Bürgermeister Michael Häupl die Chancen auf eine Einigung jüngst in einem Ö1-Interview. Und er zeichnet als erster Spitzenpolitiker das wahre Bedrohungsbild für die Regierung Faymann/Pröll: ein Lagerwahlkampf im Vorfeld einer Volksbefragung, wie er im Bilderbuch steht.
Kontra Wehrpflicht werden Rot und Grün marschieren, für die Wehrpflicht machen Schwarz und Blau mobil.
Wer immer gemeinsam die Schlacht ums Heer gewinnt, wird hinterher Lust auf mehr haben.

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