Katholische Aktion "empört" über Bettelverbote

KAÖ nach Frühjahrskonferenz: Ohnehin benachteiligte Bevölkerungsgruppe wird "stigmatisiert"

St.Pölten-Wien, 28.02.11 (KAP) Die sofortige Rücknahme bereits beschlossener genereller Bettelverbote in einzelnen Bundesländern hat die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) im Anschluss an ihre Frühjahrskonferenz in St. Pölten gefordert. An alle Landes- und Bundespolitiker erging der Appell, keine diesbezüglichen Beschlüsse zu fassen. "Man muss die Armut bekämpfen und nicht die von Armut betroffenen Menschen", heißt es in der KAÖ-Aussendung am Montag.

"Mit großer Empörung" habe die Katholische Aktion die gegenwärtigen Bestrebungen zur Verankerung genereller Bettelverbote in den jeweiligen Landesgesetzen verfolgt. Dabei werde unter dem "Vorwand, bandenmäßiges und kriminelles Bettelwesen verhindern zu wollen", eine Bevölkerungsgruppe "stigmatisiert", die ohnehin bereits am Rande der Gesellschaft stehe. "Wir sehen in diesem Vorhaben eine grobe Missachtung der Menschenwürde", so die Kritik der offiziellen Laienorganisation der katholischen Kirche.

Generelle Bettelverbote ließen negative Auswirkungen auf das soziale Miteinander in Österreich befürchten: "Solche Gesetze führen zu einer weiteren Entsolidarisierung unserer Gesellschaft und fördern Vorurteile und rassistische Hetze gegenüber den Ärmsten", heißt es in der Erklärung. Seit Jahrhunderten sei es ein "Menschenrecht, um Almosen bitten zu dürfen". Der KAÖ-Beschluss wörtlich: "Der Umstand, dass sich die Satten von den Hungrigen, die Reichen von den Armen gestört fühlen, darf nicht zur Grundlage einer neuen Rechtsnorm in unserem Land werden."

Die KAÖ fordert daher länderübergreifende Maßnahmen, um die Lebenssituation der Betroffenen so zu verbessern, dass sie nicht zum Betteln gezwungen sind. Die Weltwirtschaftskrise habe für viele Menschen in Osteuropa und anderswo die Probleme vergrößert, das Nötigste für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu bekommen. Hier müsse die Politik wirksam gegensteuern. Zugleich regte die KAÖ an, kirchlicherseits gesetzlichen Verboten zu begegnen: Bettlern und Bettlerinnen sollten z.B. Eingänge von Kirchen oder Klöstern zur Verfügung gestellt werden.

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