ÖAMTC: So eine Sekundenschlaf-Studie gab es noch nie zuvor in Österreich (Teil 3)

Setting der Feldstudie und Auswahl der Testpersonen

Wien (OTS) - In den Monaten Oktober, November und Dezember 2010 haben sich 60 Probanden in den Dienst der Wissenschaft gestellt. Ziel war, neue Aufschlüsse über das Phänomen Sekundenschlaf und die Wirksamkeit eines Kraftschlafes (Powernaps) zu erhalten. Außerdem wollte man aus den Ergebnissen Grundlagen für Verhaltensempfehlungen und Infrastrukturplanungen erhalten. Diese großangelegte Studie wurde vom ÖAMTC gemeinsam mit dem Institut für Schlaf-Wach-Forschung (ISWF) und der ASFINAG durchgeführt. Das waren die Auswahlkriterien für die Probanden: Sie mussten im Alter zwischen 30 und 55 Jahren sein, eine langjährige Fahrpraxis vorweisen und jährlich mindestens 14.000 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. Außerdem durften keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die zu einer verminderten Fahrtauglichkeit führen können (z. B. Schlafstörungen, "Nachtblindheit"), vorliegen. Und sie sollten weder Berufskraftfahrer noch im Schichtdienst beschäftigt sein. Ausgenommen waren auch Menschen, die erwerbsbedingt regelmäßige Nachtfahrten durchführen.

Umfassendes Datenmaterial von 28 Frauen und 32 Männern konnte so gewonnen werden (Anmerkung: Die Daten einer Probandin waren nicht vollständig und flossen daher nicht in das Gesamtergebnis ein.) Das besondere an der vorliegenden Studie ist, dass die Ergebnisse nicht mithilfe von Fahrsimulatoren oder retrospektiver Befragungen von Verkehrteilnehmern erstellt worden sind. Sie fand unter realen Bedingungen in der Nacht statt. Als Teststrecke diente ein speziell ausgewählter anspruchsvoller Rundkurs im ÖAMTC Fahrtechnikzentrum Teesdorf. Im Durchschnitt mussten 85 Kilometer im eigenen Auto während der sekundenschlafanfälligsten Uhrzeit (zwischen 2 und 4 Uhr in der Früh) gefahren werden. Jeder Testdurchgang hat um 22 Uhr begonnen und um ca. 5 Uhr geendet. Zwecks Datengewinnung wurden die Probanden mit tragbaren EEG-Geräten und ihre Autos zusätzlich mit Videokameras, GPS-Peilsendern und Funkgeräten ausgestatten.

Vor und nach den Testfahrten durchliefen die Probanden eine Reihe von psychologischen Tests, beispielsweise zur Bestimmung des Chronotyps (Morgen- Abendmensch), zur Erfassung der subjektiven Schläfrigkeit und der momentanen Befindlichkeit sowie Messungen der Aufmerksamkeitsleistung und Konzentration.

Gefahren wurden Runden zu je 2,5 Kilometer. Während der Fahrzeit wurden die Testfahrer von erfahrenen ÖAMTC-Instruktoren lückenlos überwacht. Eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h durfte nicht überschritten, sodass die durchschnittlich Geschwindigkeit der Studienteilnehmer bei ca. 45 km/h lag.

Die Auswertung der Daten wird von ÖAMTC, ISWF und auch unter Beteiligung von universitären Einrichtungen (Department für Verhaltensbiologie und Anthropologie der Universität Wien sowie der Medizinischen Universität Wien) durchgeführt.

Studienpartner ASFINAG erhofft sich aus den Ergebnissen der Untersuchungen auch eine vertiefte Grundlage für die spezifischen Planungen und Weiterentwicklungen der Rastplätze und Absicherungssysteme entlang der Autobahnen und Schnellstraßen. Primär ist jedoch die Vermeidung von Unfällen aufgrund von Sekundenschlaf.

(Forts.)

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