AK präsentiert Frauenmonitor 2011: Immer noch Aufholbedarf für Oberösterreichs Frauen

Linz (OTS) - Erstmals seit dem Ausbruch der Krise ist die Arbeitslosigkeit vergangenes Jahr wieder zurückgegangen. Profitiert haben davon aber vorwiegend die Männer, die Zahl der Arbeit suchenden Frauen ist sogar um drei Prozent gestiegen. Insgesamt sei der Aufholbedarf der Frauen bei Beschäftigung, Einkommen oder Bildung nach wie vor groß, sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei der Präsentation des Frauenmonitor 2011.

Bereits zum vierten Mal hat die Arbeiterkammer Oberösterreich auch heuer wieder Daten und Fakten zur Lage der oberösterreichischen Frauen im AK-Frauenmonitor zusammengefasst. Dabei zeigt sich deutlich: Trotz Verbesserungen bei der Kinderbetreuung, trotz wachsender Frauenbeschäftigung und leicht steigender Einkommen kann von echter Gleichstellung noch keine Rede sein.

So gehört Österreich, was das Schließen der Einkommensschere betrifft, zu den Nachzüglern in Europa. Und mit 39 Prozent Unterschied zwischen den Median-Einkommen von Frauen und Männern ist Oberösterreich Schlusslicht unter allen Bundesländern! Selbst bei Vollzeit verdienen Frauen um 28,5 Prozent weniger als Männer. Dazu kommt: Mehr als ein Viertel der von Frauen geleisteten Mehr- und Überstunden wurde 2009 (das sind die letzten verfügbaren Zahlen) nicht abgegolten, bei den Männern war es ein Fünftel.

Die Zahl der berufstätigen Oberösterreicherinnen ist neuerlich leicht gestiegen, so wie in den Vorjahren ist das Beschäftigungswachstum aber fast ausschließlich auf Teilzeitjobs und andere atypische Arbeitsverhältnisse zurückzuführen. Mit 46,6 Prozent ist die Teilzeitquote in Oberösterreich besonders hoch, nur in Vorarlberg und Tirol ist sie noch höher. Die Zahl der geringfügig beschäftigten Oberösterreicherinnen ist im Vergleich der Jahresdurchschnitte 2000 bis 2010 um 35 Prozent gestiegen.

Das Kinderbetreuungsangebot in Oberösterreich ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Dazu hat sicherlich auch der seit elf Jahren regelmäßig veröffentlichte AK-Kinderbetreuungsatlas beigetragen. Bei den Öffnungszeiten, bei der Betreuung von Schulkindern und vor allem bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen gibt es allerdings noch viel zu tun. Entsprechend hoch - fast 78 Prozent - ist der Anteil der Frauen, die beim Kinderbetreuungsgeld die Langvariante wählen. Zum Vergleich: In Wien sind es 56,6 Prozent.

"Es gibt also Fortschritte, aber bis zur echten Gleichstellung ist es noch ein weiter Weg", sagte AK-Präsident Kalliauer. Erfreulich seien etwa die ersten Schritte beim Thema Einkommenstransparenz und die aktuelle Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen.

Die Arbeiterkammer fordert unter anderem die rasche Anhebung des Mindestlohns auf 1300 Euro sowie die korrekte Abgeltung von Über- und Mehrstunden. Weitere Forderungen: mehr Chancen auf Führungsfunktionen durch verbindliche gesetzliche Regelungen mit Übergangsfristen, Koppelung öffentlicher Auftragsvergabe an betriebliche Gleichstellungsmaßnahmen, lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung mit Recht auf Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit sowie mehr ganztägige Schulen.

Der AK-Frauenmonitor kann unter frauen@akooe.at bestellt werden. Es gibt ihn auch zum Download auf www.arbeiterkammer.com.

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