"Bandion Ortner verlagert Scheidungskrieg auf den Rücken der Kinder!"

Frauenring empört über Pläne der Justizministerin betreffend der gemeinsamen Obsorge

Wien (OTS) - Der Österreichische Frauenring nimmt Stellung zum geplanten Kindschaftsrechtsänderungsgesetz 2012.

Seit geraumer Zeit übt der Frauenring scharfe Kritik an den Plänen der Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, das Obsorgerecht zu ändern. Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, meint, dass hier anscheinend dem Druck einer kleinen aber umso aggressiver auftretenden Väterrechtslobby nachgegeben - und damit ein frauen- sowie kinderfeindliches Backlash-Paket entwickelt wurde.

Jüngst versuchten insbesondere Vätergruppen die internationale Judikatur zu bemühen, um die Schritte der Ministerin zu rechtfertigen. Pölzlbauer entgegnet jedoch: "Der EGMR hat sich für Einzelfallprüfungen ausgesprochen, wenn die Väter unehelicher Kinder an der Obsorge interessiert sind. Darüber hinausgehende Probleme im österreichischen Obsorgerecht - wie sie Claudia Bandion-Ortner fordert - hat er mit keinem Wort erwähnt."

"Selbstverständlich bin ich dafür, dass engagierte, wohlwollende Väter die Obsorge bekommen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei leider immer noch um eine Minderheit handelt. Deswegen müssen die Motive im Einzelfall sorgfältig geprüft werden", fordert Pölzlbauer.

Die geplanten Maßnahmen würden Eltern die Möglichkeit eröffnen, Kinder im Scheidungskrieg zu instrumentalisieren. Es würde bedeuten, dass beiden Eltern die Obsorge bei strittigen Scheidungen - also bei Uneinigkeit - vom Gericht aufgezwungen wird. Würde man Eltern dazu zwingen, sich zu vertragen, wäre das nicht anderes als eine Fortsetzung der Familiendramen, ewiger Unfriede und Streitereien. Die Folgen wären das Gegenteil von "Kindeswohl" - nämlich schwere psychische Belastungen, glaubt Pölzlbauer.

"Mit Backlash-Politik lässt sich kein Fortschritt machen", ärgert sich die Vorsitzende des Frauenrings, "Es scheint, als würde die Ministerin die alltägliche Lebensrealität der Mütter und Kinder übersehen. Derzeit bedient sie leider ausschließlich die Väterrechtsbewegung."

Schließlich stellt Pölzlbauer die Frage "Soll dieser Backlash die Antwort auf den 100. Internationalen Frauentag sein?"

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