Jüngste Beißvorfälle beweisen: Rassezugehörigkeit spielt bei Unfällen untergeordnete Rolle

Nur Wissen über Hundeverhalten und respektvoller Umgang verhindern Zwischenfälle.

Wien (OTS) - Eine Amerikanische Bulldogge, die "zuvor noch nie auffällig gewesen ist", biss einem Kind ins Gesicht, als dieses mit dem Hund spielte. "Der tut nix", soll der Besitzer eines Labrador-Mischlings gesagt haben, kurz bevor dieser von Kindern am Kopf gestreichelt wurde. Daraufhin verletzte der Hund eines der Kinder.

Diese Vorfälle sind zwei von vielen Beweisen, dass die Rassezugehörigkeit nur wenig Auskunft über die potenzielle Gefährlichkeit von Hunden liefert. Eine sogenannte Rasseliste, die angeblich besonders gefährliche Hunderassen aufzeigt, kann Unfälle zwischen Hunden und Menschen nicht verhindern. Neueste Erkenntnisse über Hundeverhalten und wissenschaftliche Studien stellen die Sinnhaftigkeit dieser Einteilung in "Gut und Böse" massiv in Frage. Laut neuer Hundeverordnungen sollen sogenannte Listenhunde von vorneherein gefährlich sein, was zu Diskriminierung, überfüllten Tierheimen und vorschnellen Todesurteilen auf der einen Seite führt; der möglicherweise noch schlimmere Fehler besteht aber im Umkehrschluss: Nicht-Listenhunde sind ungefährlich.

"Hier wird vergessen, dass Hunde keine Roboter sind, deren Verhalten nach starren, rassebedingten Mustern abläuft. Insbesondere hundliches Sozialverhalten - Menschen gegenüber - wird zum größten Teil durch Erfahrungen und Lernvorgänge beeinflusst", meint Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

Das Verhalten von Hunden Menschen gegenüber hängt von vielen Faktoren ab. Die Rassezugehörigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Nur Wissen über hundliches Verhalten und respekt- und verantwortungsvoller Umgang können Unfälle verhindern. Bevor Hunde beißen, ja sogar bevor sie auch nur knurren, geben sie bereits viele subtilere körpersprachliche Zeichen ihrer Ablehnung von sich. Die tatsächlichen Beißunfälle belegen, dass sämtliche vorangegange Warnungszeichen übersehen wurden: "Plötzlich hat er grundlos gebissen", heißt es dann.

Hunde sind - wie auch andere Tiere - keine "Plüschtiere", die immer gestreichelt oder bespielt werden wollen. Vor allem im Zusammenhang mit Nahrung, Spielzeug und Schlafplatz ist Zurückhaltung geboten. Nicht zuletzt können sich Hunde auch unwohl fühlen oder Schmerzen haben. "Unter solchen Umständen kann jeder Hund gereizt reagieren", betont Johanna Stadler.
VIER PFOTEN fordert Aufklärung über Hundeverhalten und respektvoller Umgang mit Hunden, weiters eine Abschaffung der Rasselisten, die Sicherheit vortäuscht anstatt sie zu gewährleisten.

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