Kassieren ja, überprüfen nein!

Millionen vom Land einstreifen, aber keine Kontrolle zulassen: Das leistet jeder Art von Verdächtigung Vorschub.

Innsbruck (OTS/TT) - Wer wie Lebenshilfe und Rotes Kreuz viel Geld aus dem Landesbudget kassiert, soll endlich seine Bücher offenlegen müssen. In der Lebenshilfe Tirol betreuen rund 1000 Mitarbeiter an die 1200 Menschen mit Behinderung. Das Land Tirol zahlt dafür jedes Jahr mehr als 40 Millionen Euro. Angesichts dieser Tatsache ist es schon ein starkes Stück, wenn der ehemalige Präsident der Lebenshilfe, mit den zuletzt immer massiver werdenden Vorwürfen gegen den Verein konfrontiert, sich jeder Kontrolle verwehrt: "Das Land hat im Verein nichts zu sagen!"
Beim Roten Kreuz Tirol verhält es sich ähnlich. Auch hier kommt der Großteil der Einnahmen von der öffentlichen Hand. Auch hier fließen Millionen. Der Landesverband zeigt sich einer Kontrolle durch das Land zwar nicht abgeneigt, hat aber nichts zu melden: Die wahren Machthaber beim Roten Kreuz sitzen in den Bezirksverbänden, und da gibt es etliche, die jede Kontrolle durch den Hauptgeldgeber - das Land - schlichtweg ablehnen. Kassieren ja, überprüfen nein!
Es ist höchst an der Zeit, dass hier endlich reiner Tisch gemacht wird. Wer so wie Lebenshilfe und Rotes Kreuz Millionen aus dem Landesbudget einstreift, soll seine Bücher öffnen und sich dem Landesrechnungshof stellen müssen. Wer sich dem verweigert, leistet jeder Art von Verdächtigung Vorschub. Und zwar vorsätzlich. (TT Mario Zenhäusern)

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT0001