Papst: Abtreibung löst nicht familiäre oder soziale Probleme

Benedikt XVI. plädiert vor "Akademie für das Leben" dafür, Stammzellenforschung mit Nabelschnur zu forcieren

Vatikanstadt, 26.02.11 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat Abtreibung erneut scharf verurteilt und die Ärzte zum Schutz des Lebens gemahnt. Ein Schwangerschaftsabbruch könne keine Lösung für familiäre, wirtschaftliche oder soziale Probleme sein, betonte er am Samstag vor den Mitgliedern der "Päpstlichen Akademie für das Leben". Wörtlich sagte der Papst: "Eine Abtreibung löst nichts, sondern tötet ein Kind, zerstört die Frau, blendet das Gewissen des Vaters und ruiniert oft das Familienleben."

In einer Gesellschaft, in der das Bewusstsein für die moralische Schwere einer Abtreibung und anderer Angriffe auf das Leben schwinde, müssten insbesondere die Ärzten für den Lebensschutz eintreten. Zugleich forderte Benedikt XVI. Hilfe und Unterstützung für Frauen, die eine Abtreibung vorgenommen hätten und ein moralisches und existenzielles Drama erlebten.

Oft rieten auch Ärzte bei gesundheitlichen Problemen des Kindes zu einer Abtreibung, gab der Papst in seiner Ansprache vor dem vatikanischen Experten-Gremium zu bedenken. Sie bezeichneten Abtreibungen in diesem Fall als moralisch erlaubt und sogar als "therapeutisch erforderlich", um dem Kind und seiner Familie Leiden und der Gesellschaft eine "ungerechte" Last zu ersparen. Gerade Ärzte dürften sich nicht der schweren Aufgabe entziehen, das Gewissen von Frauen vor der Täuschung zu verteidigen, dass Abtreibung eine Lösung von Problemen sein könnte, so der Papst.

Weiters sprach sich Benedikt XVI. vor den Mitgliedern der Vatikan-Akademie für ein verstärkte Stammzellenforschung mit Nabelschnur und Nabelschnurblut aus. Die Kirche befürworte ethisch zulässige Forschungen und ermuntere diese Forschungsarbeiten, die freilich von der Großzügigkeit von Spendern abhängten.

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