"profil": Verfügte Noever über Blanko-Unterschrift seines Kuratoriums-Vorsitzenden Andreas Treichl?

Neue Details zur Amtsführung des zurückgetretenen MAK-Direktors - NR-Abgeordneter Zinggl: "Die Flecken auf Noevers weißem Sakko" könnten sich "deutlich ausbreiten"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, übt nun auch ein Teil der Belegschaft des Museums für Angewandte Kunst (MAK) scharfe Kritik an dem am Mittwoch überraschend zurückgetretenen Peter Noever. Mitarbeiter erzählen, wie ihre wissenschaftliche Tätigkeit hintertrieben wurde: Kuratoren des Hauses habe Noever verboten, in Büchern anderer Museen zu publizieren. Der Direktor habe die vertrauliche Post des Betriebsrates öffnen lassen, unliebsamen Kritikern Kompetenzen entzogen. "Oft hatte man den Eindruck, dass Noever alle Leute, die von außen kamen, als toll empfand - und jene im eigenen Haus geradezu als Dreck", meint ein langjähriger MAK-Mitarbeiter. Zudem soll Noever über eine elektronische Blanko-Unterschrift seines Kuratoriums-Vorsitzenden Andreas Treichl verfügt haben, mit der er Schriftstücke unterzeichnen ließ.

Wolfgang Zinggl, Bundes-Kultursprecher der Grünen, übt indes scharfe Kritik an Kunstministerin Claudia Schmied. "Im MAK rumort es nicht erst seit gestern", so Zinggl. "Und vor einer Vertragsverlängerung Noevers wurde Schmied allseits gewarnt." Zwar betone die Ministerin ununterbrochen ihre persönliche Verantwortung in Personalfragen, "wenn's aber schief geht, müssen ,unvorhersehbare Umstände' und unabwendbare ,kriminelle Energien' als Ausreden herhalten. Ich frage mich, was eigentlich passieren müsste, damit die ministeriale Verantwortung schlagend wird."

Als langjähriger Kritiker Noevers geht Zinggl davon aus, dass sich der Eklat ausweiten wird: "Ich wäre sehr überrascht, wenn sich die Flecken auf Noevers weißem Sakko nicht noch deutlich ausbreiten würden, sobald sich der Rechnungshof mit den kalifornischen Eskapaden, den Dienstreisen und den Spesenabrechnungen des Direktors beschäftigt", erklärt der Grün-Abgeordnete im "profil"-Interview.

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