Italiens Bischöfe: Flüchtinge aus Nordafrika "Problem der ganzen EU"

Bischofskonferenz-Vorsitzender Angelo Bagnasco: "Große Tragödie vor Augen aller"

Rom-Brüssel, 25.02.11 (KAP) Die Flüchtlingsströme aus Nordafrika betreffen nach Ansicht der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) ganz Europa: Es handle sich um eine "große Tragödie vor den Augen aller", betonte CEI-Vorsitzender Kardinal Angelo Bagnasco am Freitag. Wegen der Unruhen seien viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, deshalb appelliere er an die EU, Ankunftsländer wie etwa Italien zu unterstützen, zitierten italienische Medien Bagnasco. Die Staatengemeinschaft müsse in wirkungsvoller Weise eingreifen, so der Erzbischof von Genua.

Auch der Erzbischof von Agrigent, Francesco Montenegro, betonte, dass die Flüchtlingsströme ein Problem seien, das ganz Europa etwas angehe: Italien könne den Menschen, die dort strandeten, lediglich Soforthilfe bieten, sagte der auch für Lampedusa zuständige Erzbischof am Freitag gegenüber "Radio Vatikan". Auf Dauer könne das nicht reichen, die Flüchtlingswelle lasse sich nicht aufhalten. Zwar sei der Strom der Ankömmlinge vorhersehbar gewesen, man habe aber fälschlicherweise gedacht, dass er sich durch Sicherung der Grenzen aufhalten lasse, so Montenegro.

Wie die italienische katholische Presseagentur SIR am Freitag in Rom meldete, bereite die Kirche in Libyen die Evakuierung von rund 500 afrikanischen Flüchtlingen vor. Der Pfarrer der San-Francesco-Kirche in Tripolis sei mit der Zusammenstellung einer entsprechenden Liste beauftragt worden. Das Dokument solle Personen umfassen, die bei den zuständigen UNO-Stellen bereits offiziell als Asylsuchende registriert wurden, darunter zahlreiche Flüchtlinge aus Eritrea.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) fam/ssc/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0003