Hundstorfer zu Arbeitsmarktöffnung: Mobile Arbeitnehmer sind Chance für österreichischen Arbeitsmarkt

Kein "Ansturm" ausländischer Arbeitnehmer ab 1. Mai zu erwarten

Wien (OTS/SK) - Ab 1. Mai wird der österreichische Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn geöffnet. In der dann geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Bürger dieser Länder sieht Sozialminister Rudolf Hundstorfer eine große Chance für den österreichischen Arbeitsmarkt. "Mobile Arbeitnehmer sind ein dynamischer Wirtschaftsfaktor", betonte Hundstorfer heute, Freitag, im Rahmen einer Konferenz zur Arbeitsmarktöffnung, organisiert von der ungarischen Botschaft und der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien. Wichtig sei jedoch auch, "dass rechtzeitig die richtigen Rahmenbedingen geschaffen werden", so der Sozialminister. ****

Dass die Öffnung des österreichischen Arbeitsmarktes seit der EU-Erweiterung 2004 stufenweise erfolgte, sei für Österreich wichtig gewesen, unterstrich Hundstorfer, denn "die vollständige Öffnung hätte womöglich ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt ausgelöst." Die stufenweise Öffnung der letzten Jahre habe gleichsam als "Sicherheitsmechanismus" fungiert, um den Arbeitsmarkt nicht zu überlasten. "Die Rechnung ist aufgegangen", so Hundstorfer. Eine Vielzahl gut qualifizierter Arbeitnehmer habe sich in den letzten Jahren in Österreich angesiedelt, die nun "Teil unserer Gesellschaft" sind. Mit einem "Ansturm" ausländischer Arbeitskräfte ab dem 1. Mai auf den österreichischen Arbeitsmarkt sei daher nicht zu rechnen. "Wer auswandern wollte, ist schon da", sagte Hundstorfer.

Die EU-Erweiterung von 2004 habe sich für Österreich als Erfolgsgeschichte erwiesen, erinnerte der Sozialminister. Neue Märkte wurden erschlossen, die Expansion nahm zu, die Wirtschaft ist insgesamt gewachsen. "Die gute wirtschaftliche Entwicklung Österreichs verdankt sich zum großen Teil dieser Erweiterung", betonte Hundstorfer. Die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass es durch die Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern zu keinerlei "Verdrängungseffekten" am Arbeitsmarkt gekommen sei. Mit dem neuen Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping und weiteren Maßnahmen wird das auch nach Ende der Übergangsfrist gewährleistet sein, sagte Hundstorfer.
"Die Mobilität der Arbeitnehmer wird dann eine Erfolgsgeschichte bleiben, wenn wir rechtzeitig die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und die Interessen der Arbeitnehmer nicht den Interessen des Marktes geopfert werden."

Dass nicht mit einem "Ansturm" ungarischer Arbeitskräfte auf den österreichischen Arbeitsmarkt gerechnet werden muss, bestätigten auch der ungarische Botschafter Vince Szalay-Bobrovniczky und der ungarische Staatssekretär für Beschäftigung Sándor Czomba. Das EU-weite Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit sei "wirtschaftlich und gesellschaftlich eine große Chance" betonte der Botschafter. Staatssekretär Czomba sieht in der endgültigen Öffnung des österreichischen Arbeitsmarktes vor allem ein "Symbol".

Hundstorfer dankte der Ungarischen Botschaft und der EU-Kommission für den "wichtigen Gedankenaustausch". Der Sozialminister bekräftigte: "Ich werde weiterhin denen entschieden entgegentreten, die mit dem Thema Zuwanderung Ängste schüren wollen. Wir werden die Zeit bis zum 1. Mai nutzen, um die Bevölkerung umfassend zu informieren. Ich werde alles für ein aufgeklärtes, tolerantes Umfeld tun." (Schluss) sc

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