Schwentner zu Hochhauser: Unzeitgemäß ist nur die 90 Prozent Männerquote in Aufsichtsräten

Grüne fordern von Regierung und WKÖ Taten statt Lippenbekenntnisse

Wien (OTS) - Zu der angekündigten Einigung der Regierung für eine Selbstverpflichtung zur Einführung einer stufenweisen Anhebung des Frauenanteils in staatsnahen Betrieben meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen:" Es ist ein Armutszeugnis und ein Eingeständnis des eigenen Versagens dieser Regierung, dass sie es nicht schon längst geschafft haben, mehr Frauen in die Aufsichtsräte staatsnaher Unternehmen zu schicken. Wenn es nicht einmal die Regierung auf freiwilliger Basis schafft, den Frauenanteil in staatsnahen Betrieben anzuheben und sie sich nun selbst dazu verpflichten müssen, dann zeigt das um so mehr, wie sehr wir gesetzlich verpflichtende Quoten brauchen."

Dass für WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser die Einführung von verpflichtenden Quoten "nicht mehr zeitgemäß" sei, amüsiert Judith Schwentner: "Frau Hochhauser hat offenkundig übersehen, dass es ja noch nie verpflichtende Quoten gegeben hat. Allerdings wäre ihre Position voll zu unterstützen, wenn sie sich damit auf die informelle Männerquote von über 90 Prozent in den österreichischen Aufsichtsräten bezieht. Denn das ist wirklich unzeitgemäß. Männer machen seit Jahrzehnten vor, wie es sich mit der Quote lebt." Hochhauser sollte das Thema unverkrampfter angehen: die Quote für beide Geschlechter würde eine Schieflage in unserer Gesellschaft allmählich gerade rücken, nämlich die ungleiche Verteilung von Spitzenpositionen und damit auch Macht. Sie brauche keine Angst vor der Quote zu haben: "Es geht eigentlich ganz einfach, nämlich in dem man die Plätze für Frauen freihält. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, warum sich Frauen permanent weiter fortbilden und Zusatzqualifikationen erlangen müssen, während es sich Männer nach jahrhundertelanger Tradition weiterhin auch ohne Qualitätsnachweis in den Chefsesseln bequem machen. Es ist höchste Zeit für Veränderung", fordert Schwentner.

"Dass mit der Einführung von Quoten noch nicht alles getan ist, ist ohnehin ein Allgemeinplatz", meint Schwentner zur Forderung von Hochegger nach besseren Rahmenbedingungen: "Natürlich würde der Ausbau qualitätsvoller Kinderbetreuung die Jobchancen für Frauen verbessern. Doch gerade da ist Wirtschaftsminister Mitterlehner säumig. Denn sein Ressort hat den weiteren Ausbau in der Kinderbetreuung gestoppt und lässt die Situation jetzt 'evaluieren'. Dabei wissen doch alle: der Kinderbetreuungsbereich gehört dringend und sofort ausgebaut."

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