"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Kinder brauchen Väter"

Wer schlechte Ehemänner mit Kindesentzug bestraft, straft speziell die Söhne.

Wien (OTS) - Familienrichter(innen) sind nicht zu beneiden: Im Dickicht wechselseitiger Vorwürfe, psychischer Wunden und Rachebedürfnisse streitender Eheleute ist es schwer, einen klaren Blick aufs Wesentliche zu bewahren. Wie geht's den Kindern dabei? Leider werden sie viel zu oft von einem Elternteil, meist den Müttern, in Geiselhaft genommen - zum Beispiel, um finanzielle Ansprüche durchzusetzen. Umgekehrt entdecken manche Väter erst nach der Trennung ihre Kinder, um die sie sich bis dahin kaum gekümmert haben. Was Mütter wiederum nicht ganz zu Unrecht an der Elternkompetenz des Ex-Partners zweifeln lässt.
Trotzdem ist es ungemein wichtig, Kindern den Kontakt zu ihren Vätern zu erhalten - speziell den Burschen. Sie brauchen männliche Vorbilder, die es in Kindergärten und Volksschulen leider kaum gibt. Männer mit gefestigter Vater-Beziehung sind weniger gefährdet, zweifelhaften "starken Männern" hinterherzulaufen, und sie sind auch selbst beziehungsfähiger. Gut, dass sich Justizministerin Bandion-Ortner dieses Themas annimmt. Natürlich sind viele der Scheidungsväter keine Heiligen. Aber es geht ja nicht darum, untreue oder schlechte Ehemänner zu bestrafen - und zwar mit Kindesentzug. Wie kommen die Kinder dazu?

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