Swoboda: Vorkommnisse in Nordafrika neuer Anstoß für gemeinsame Energiepolitik

Nachhaltige Energiepolitik wichtiger Schritt zu mehr Versorgungssicherheit

Wien (OTS/SK) - Zu den gegenwärtigen Veränderungen in den arabischen Ländern merkt der SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Swoboda an, dass diese einmal mehr zeigen würden, wie wichtig eine gemeinsame Position der Europäischen Union in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik, der Migrationspolitik und auch in Fragen der Energiepolitik sei. "Weder Europa insgesamt noch die Mitgliedstaaten sollten von einzelnen Quellen abhängig sein. Wir brauchen einen gemeinsamen europäischen Energiemarkt. Ein solcher setzt aber sowohl eine gemeinsame Energieaußenpolitik als auch eine flexible Energieinfrastruktur voraus", so der Vizepräsident der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. *****

Swoboda plädiert für eine möglichst starke Diversifizierung der Versorgungsquellen, um im Falle des Ausfalls einer Quelle allen EU-Bürgern eine ausreichende Versorgung zu sichern. "Wir müssen unsere Energieversorgung so gestalten, dass kein Mitgliedsland vor einem Versorgungsland in die Knie gehen muss", unterstreicht der Europaparlamentarier, der darauf verweist, dass unabhängige nationale Energiestrategien große Risiken bergen. Der italienische Präsident Berlusconi bekomme die Auswirkungen jetzt zu spüren. "Nur eine abgestimmte Energiepolitik, ein gemeinsames Auftreten nach außen und eine auf Krisenfälle eingestellte Infrastruktur kann die Energieversorgung in ganz Europa gewährleisten. Ein Anbiedern an Diktatoren, das an eine Rechtfertigung von autoritären Systemen grenzt, ist abzulehnen und macht keinen Sinn. Hier muss klar von normalen, bereits vorhandenen Wirtschaftsbeziehungen unterschieden werden", so Swoboda.

"Auch das geplante Desertec-Projekt, das Strom aus Solaranlagen in der Sahara gewinnen und nach Europa transportieren soll, kann nur dann erfolgreich sein, wenn es mit demokratisch legitimierten Regierungen realisiert wird", bemerkt der EU-Abgeordnete. Die Revolten in Nordafrika bedeuten kein Aus für diesbezügliche Ideen, sondern seien eine neue Chance für ein tragfähiges und langfristiges Projekt, welches jedoch in eine gemeinsame Energieversorgungspolitik eingebaut werden müsse und die Abhängigkeit einzelner Länder nicht erhöhen dürfe. "Darüber hinaus ist der Umstieg auf eine nachhaltige Energieproduktion in Europa ein wichtiger Schritt, um jederzeit eine Minimalversorgung sicherstellen zu können. Nachhaltige Energiepolitik hat somit auch eine wichtige Sicherheitskomponente", sagt Swoboda, stv. Mitglied im Energieausschuss des Europäischen Parlaments. (Schluss) mo/mp

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