Neuer Vorschlag der Europäische Kommission würde Portfolioverwaltung verteuern

Göltl: "Ich setze mich für gerechte und leistbare Regelungen ein um die Portfolioverwaltung auch zukünftig möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen"

Wien (OTS/PWK118) - Die europäische Kommission hat eine Überarbeitung der Anlegerentschädigungsrichtlinie für Wertpapierfirmen vorgestellt. Kerninhalt dieser Novelle soll ein umfassender Haftungsfonds sein, der in Österreich hauptsächlich auf die Dienstleistung der Portfolioverwaltung abstellt. Portfolioverwaltung ist die Vollmacht, entsprechend der vom Kunden individuell gewählten Risikoklasse, Wertpapiere am Kundendepot zu kaufen oder zu verkaufen. Die Verwaltung ist daher nicht statisch, sondern es wird laufend die Zusammenstellung der Finanzinstrumente angepasst, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Herbert Samhaber, Fachausschussvorsitzender der Wertpapierfirmen in der Wirtschaftskammer Österreich: "Dieser Fonds würde jeden Portfolioverwaltungskunden jährlich 0,5 % der gesicherten Veranlagung kosten. Damit würde die in letzter Zeit auch bei weniger vermögenden Anlegern immer beliebtere Dienstleistung einen erheblichen Rückschritt erleiden."

Für Wolfgang K. Göltl, Fachverbandsobmann des Fachverbands Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich, kommt eine Verschlechterung der Bedingungen für diese Dienstleistungen nicht in Frage: "Ich setze mich für gerechte und leistbare Regelungen ein, um die Portfolioverwaltung auch zukünftig möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Wir haben bereits mit dem Finanzministerium sowie verschiedenen Stakeholdern in Brüssel Kontakt aufgenommen, um unsere Position klarzustellen."

Der Fachverband hat die Auswirkungen der geplanten Novelle in einer Stellungnahme zusammengefasst. "Es zeigt sich, dass gerade kleinere Anleger massiv von dieser Regelung betroffen wären. Damit ihr gesamtes Vermögen "gesichert" wäre, müssten diese Anleger bis zu 1 % des verwalteten Vermögens jährlich zusätzlich für die Portfolioverwaltung bezahlen", so Samhaber.

Die Portfolioverwaltung hat sich auch in der Finanzkrise bewährt und dementsprechend geringe Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Im Vergleich zum Jahr 2006 ist der Umsatz der Portfolioverwaltung von rd 65 Millionen Euro auf über 70 Millionen Euro sogar deutlich gestiegen. (JR)

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