Kinder brauchen Vater UND Mutter:

Der Österreichische Familienbund begrüßt die Initiative der Justizministerin, Obsorge und Besuchsrecht neu zu regeln.

Wien/St. Pölten (OTS) - Der Österreichische Familienbund begrüßt die Initiative von Justizministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner, Obsorge und Besuchsrecht so zu regeln, dass Kinder bessere Chancen haben, die Beziehung zu beiden Elternteilen aufrecht zu halten.

"75% der Kinder haben drei bis vier Jahre nach einer Trennung/Scheidung keinen regelmäßigen Kontakt zum nicht obsorgeberechtigten Elternteil" äußert sich die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, besorgt und fordert, dass die gemeinsame Obsorge zum Standard werden soll. Sie soll nicht mehr von einer einvernehmlichen Einigung der Eltern abhängig sein, sondern muss automatisch gelten, ohne Antragstellung durch die Eltern. Dadurch wird ein häufigerer und regelmäßiger Kontakt mit dem Kind ermöglicht, was sich nicht nur positiv auf die Entwicklung auswirkt, sondern auch zu einer Konfliktminderung unter den Eltern führt, wie Studien ergeben haben. Derzeit ist Besuchskontakt mehr oder minder vom guten Willen der Mütter abhängig. Bei unehelichen Kindern soll, Anerkenntnis der Vaterschaft oder gerichtliche Feststellung vorausgesetzt, das Gericht die Möglichkeit bekommen, eine gemeinsame Obsorge auszusprechen. "In Fällen wo Gewalt im Spiel ist oder die Verhältnisse derart zerrüttet sind, dass eine Gefahr für das Kind besteht (was auf ca. 10% aller Scheidungen/Trennungen zutrifft), wird die Obsorge im Sinne des Kindeswohles anders zu regeln sein", sagt Gottweis.

Handlungsbedarf besteht auch aufgrund der mangelnden Um- und Durchsetzungsmöglichkeiten beim derzeitigen Besuchsrecht. "Der Familienbund bietet auch Besuchsbegleitung an und wir stellen sehr oft fest, dass aufgrund des gebrochenen Vertrauens manche Mütter versuchen, den Kontakt zum Vater zu unterbinden. Das kann und soll es nicht sein", betont Gottweis. Eine Beschleunigung der Verfahren, verbunden mit Erziehungsberatung, Mediation, etc. ist eine wichtige Maßnahme um dem entgegenzuwirken.

Begrüßt wird auch der Vorschlag des Justizministeriums, eine Familiengerichtshilfe einzurichten, bei der je nach Sachlage Sozialarbeiter, Psychologen oder andere Experten hinzugezogen und Probleme ohne Gerichtsverfahren gelöst werden können. Letzteres führt oft zu vermeidbaren Eskalationen.

Kinder sehen die Welt noch ein wenig einfacher - und das ist auch ihr gutes Recht! Für sie ist meist unverständlich, warum der Vater plötzlich weg ist, und sie geben oft sich selbst die Schuld dafür. Das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen leidet sehr darunter. "In dieser Diskussion dürfen daher nie Frauen- oder Männerinteressen im Vordergrund stehen, sondern ausschließlich das Kindeswohl", betont Gottweis abschließend.

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