VIER PFOTEN fordert: Freie Abferkelung in der Schweinezucht muss finanziell gefördert werden

Kastenstände weiterhin gesetzlich zu erlauben, ist ein Schritt in die falsche Richtung

Wien (OTS) - Körperenge Einzelkäfige, so genannte Kastenstände, sind für Zuchtsauen derzeit gängige Praxis bei Österreichs Schweinezüchtern. Nun soll es einen Neuentwurf zur Schweinehaltungsverordnung geben, der diese Haltungsform jedoch weiterhin vorsieht.

So genannte Kastenstände, in denen Zuchtsauen ihre Ferkel gebären und säugen, bedeuten nicht nur eine massive Einschränkung der Bewegungsmöglichkeit der Tiere, auch das Sozialverhalten der sehr intelligenten Tiere wird massiv unterdrückt: Die Sauen haben in solchen Kastenständen keine Möglichkeit, den wichtigen Instinkt des Nestbauverhaltens auszuleben und es wird ihnen die Möglichkeit der sozialen Interaktion mit den Ferkeln von Geburt an genommen. Deshalb fordert VIER PFOTEN eine Förderung der Alternative: der freien Abferkelung!

Die gesetzliche Neuverordnung scheint zwar eine Einschränkung der Aufenthaltsdauer in solchen Kastenständen vorzusehen, geht aber nicht den konsequenten Weg der Abschaffung derselben. Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN, erklärt: "Bei der freien Abferkelung baut sich die Sau aus geeignetem Einstreumaterial ein Nest, in dem sie die Ferkel zur Welt bringt. Die Sau interagiert von Geburt an mit den Ferkeln. Dadurch ist die Gefahr, dass sie die Ferkel erdrückt, indem sie sich auf sie legt, verringert. Dieses Erdrücken der Ferkel wird oft als Argument für Kastenstände genannt -leider wird dabei auf die Problematik der unnatürlich großen Ferkelzahl pro Wurf und der Raumnot in zu kleinen Buchten vergessen. Studien belegen, dass die Anzahl abgesetzter Ferkel pro Sau und Wurf durch die freie Abferkelung nicht negativ beeinflusst wird."

Bis 2013 müssen Schweinezüchter im EU-Raum - und damit auch in Österreich - ihre Stallungen umbauen: Eine EU-Regelung besagt, dass Sauen im Zeitraum von vier Wochen nach dem Decken und bis zu einer Woche vor der Geburt in Gruppen gehalten werden müssen. VIER PFOTEN fordert dringend finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft:
"Die Landwirte haben sowieso bereits finanziellen Aufwand. Wir fordern eine Unterstützung dieser Umbauten - allerdings nur, wenn auf tierfreundlichere, über die EU-Vorgaben hinausgehende Systeme wie eben die freie Abferkelung umgestellt wird. Außerdem pocht VIER PFOTEN auf eine Vorschrift für genaue Herkunftsbezeichnungen auf tierischen Produkten. So kann den österreichischen Landwirten das wirtschaftliche Überleben und den Tieren ein gerechteres Leben gesichert werden."

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