Katholische Aktion Wien erneuert Kritik an Belo Monte-Projekt

"Firmen müssen Farbe bekennen: Weitermachen wie bisher oder umsteigen auf den neuen solidarischen und ökologischen Wirtschaftsstil"

Wien (OTS) - Wien, 21.02.11 (PEW) Die Wiener Katholische Aktion
Wien ist betroffen, dass die "Andritz AG" einen Vertrag über die Mitwirkung am Bau des Großkraftwerks Belo Monte am Rio Xingu unterzeichnet hat. "Wir haben uns in Gesprächen und Aktionen bemüht, den Verantwortlichen und auch den Aktionären die Folgewirkungen für die Einwohner und die Umwelt der Region am Rio Xingu deutlich zu machen. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass man uns überhaupt zugehört hat", bedauerte der Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien (KA), Rembert Schleicher, am Montag. Nach seiner Meinung gehe es der österreichischen Firma nur um den Gewinn aus dem Projekt - die Auftragssumme wird allein für die steirische Firma mit 300 bis 350 Millionen Euro beziffert. Wie Schleicher auf Grund von Informationen von Partnerorganisationen aus Brasilien sagte, drohe der Region ein "ungeheurer und nicht mehr gut zu machender Schaden" für ihre Menschen und ihre vielfältige Natur. Die Beteiligung am Projekt Belo Monte sei umso bedauerlicher, weil die "Andritz AG" auch über ein hervorragendes Knowhow im Bereich angepasster Technologien zur Energiegewinnung verfüge.

Die steirische Firma habe sich selbst ein Leitbild gegeben, mit dem sie sich zur Wahrung der Menschenrechte und anderer ethischer Grundsätze verpflichte, erinnerte Schleicher. Diese im Rahmen der CSR (Corporate Social Responsibility) festgeschriebene, freiwillig eingegangene unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft und für nachhaltige Entwicklung werde jetzt enttäuscht. Die Wiener Katholische Aktion fordere die "Andritz AG" auf, die Konsequenzen aus ihrem Handeln zu ziehen und aus der Plattform "RespACT" (Austrian business council for sustainable development) auszusteigen.

"Firmen müssen jetzt Farbe bekennen, wohin sie gehören: weitermachen wie bisher und Gewinnmaximierung auf Kosten von Mensch und Umwelt erwirtschaften oder umsteigen auf den neuen solidarischen und ökologischen Wirtschaftsstil", betonte Schleicher. Ein "grünes" Nachhaltigkeits-Mäntelchen könne in der Informationsgesellschaft unethisches Handeln nicht mehr verbergen. Schleicher verwies auf den Einsatz des austro-brasilianischen Alternativ-Nobelpreisträgers Dom Erwin Kräutler, der sich mit der Plattform der Staudammbetroffenen an vorderster Front gegen das Projekt Belo Monte und für die Rechte der Betroffenen engagiere. "Es ist bewundernswert, mit welchem Engagement sich Bischof Kräutler trotz aller Gefahren für Indianer, für Landlose und Kleinbauern einsetzt", hatte auch die Österreichische Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung im Herbst des Vorjahrs festgestellt.

In Österreich haben sich mit der Katholischen Aktion 33 Organisationen wie Caritas, Greenpeace, WWF etc. für die Verhinderung des Mega-Staudammes vernetzt und koordinieren Aktionen und Aufklärungskampagnen. 600 000 Unterschriften gegen Belo Monte wurden letzte Woche der brasilianischen Regierung übergeben. Prominentester Gegner des Wasserkraftwerkes ist Star-Regisseur James Cameron ("Avatar"). (ende)

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