Moser zu Radhelmpflicht: Bures lässt bei Verkehrssicherheit die gebotene Seriosität vermissen

Alkolenker, Raser und Handy am Steuer kosten Kinder das Leben - Radhelmpflicht ist Scheinaktivität

Wien (OTS) - "Der Vorstoß von Bundesministerin Doris Bures für eine "Radhelmpflicht für Kinder bis 10 Jahre" ist fachlich völlig unhaltbar und setzt am verkehrten Ende an: Das Problem ist, dass aus falscher Rücksicht auf die Autolobby wirksame Maßnahmen gegen Alltagsrasen, Handy am Steuer und dergleichen unterbleiben", stellt Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen, klar.

Die Radhelmpflicht ist erwiesenermaßen eine Scheinaktivität: Wo immer in der Vergangenheit eine Radhelmpflicht eingeführt wurde, konnte in keinem Fall eine positive Sicherheitswirkung nachgewiesen werden. Daher haben unter anderem Niederlande, Norwegen und Dänemark Helmpflicht-Pläne wieder ad acta gelegt, auch in der Schweiz und Deutschland gibt es keine Pflicht. Besonders zu denken geben sollte das Beispiel Schweden: Hier wurde im Jahr 2005 eine Helmpflicht für Kinder eingeführt, aber die Zahl der Krankenhausaufenthalte in Folge von Radverkehrsunfällen blieb trotz Helmpflicht konstant.

"Die einzigen Zurufe pro Radhelmpflicht kommen von der Versicherungswirtschaft und ihr nahestehenden Organisationen - dies im übrigen mit angreifbaren Zahlen - sowie von Populisten wie Erwin Pröll. Dass sich Bures auf dieses Niveau begibt, anstatt der blutigen österreichischen Unfallbilanz treffsicher und abseits von Einzelinteressen zu Leibe zu rücken, ist sehr bedenklich", so Moser.

"Eine Helmpflicht ist kontraproduktiv, lenkt von den wahren Verkehrssicherheitsproblem für Kinder und Radfahrende ab und verursacht zusätzlichen Aufwand bei der Exekutive, die im Sinne der Verkehrssicherheit anderswo fehlt. Ich fordere Bundesministerin Bures dringend auf, die seit einem Jahr im Bures-Kabinett abliegende StVO-Novelle zugunsten des Radverkehrs endlich umzusetzen, statt auf Lobby-Zuruf mit falschen Maßnahmen wie der Helmpflicht auszuhöhlen", fordert Moser.

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