Ärztekammer zu "Vertrauensindex": Bedeutung der Hausärzte bestätigt

Arzt-Patienten-Beziehung braucht wieder mehr Zeit - Hausarztmodell gehört endlich umgesetzt

Wien (OTS) - In ihrer Forderung, die Position der Hausärzte stärker zu betonen, fühlt sich die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) durch die aktuelle Gallup-Umfrage zum Vertrauensindex bestätigt. "Dass die Hausärzte das größte Vertrauen der Österreicher genießen, zeigt, welch wichtigen Stellenwert sie in der Gesellschaft einnehmen", betonte der ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Günther Wawrowsky, am Montag in einer Aussendung. Es sei nun endlich an der Zeit, dass dies von Sozialversicherung und Politik erkannt und das von der ÖÄK entwickelte Hausarztmodell umgesetzt werde.

"Unsere Hausärztinnen und Hausärzte begleiten ihre Patienten über Jahre hinweg, manchmal sogar ein Leben lang. Ohne Vertrauen ist eine optimale Behandlung oft gar nicht möglich", sagte Wawrowsky. Damit dieses Vertrauen in die Arzt-Patienten-Beziehung auch in Zukunft bestehen bleibe, müsse jetzt gehandelt werden. "Mit all den administrativen Aufgaben, Richtlinien und Vorgaben bleibt den Ärzten immer weniger Zeit für die Patienten. Die Basis des Vertrauens, die nur durch Zuwendung zum Menschen entsteht, wird sukzessive ausgehöhlt", warnte der Chef der niedergelassenen Ärzte. Diesem Trend könne jedoch mit der längst überfälligen Aufwertung der Hausärzte gegengesteuert werden. Mit dem von der ÖÄK entwickelten Hausarztmodell würde der Patient wieder verstärkt in den Mittelpunkt gestellt, der Mediziner zu seinem Berater und Begleiter durch das Gesundheitssystem. "Die Österreicher haben deutlich gemacht, wie sie zu ihrer Ärztin, ihrem Arzt stehen. Nun wird es Zeit, auf sie zu hören und es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen zu belassen", so Wawrowsky abschließend.

Die Vorteile des Hausarztmodells:

  • Optimierte medizinische Betreuung und schnellere Hilfe für Patienten.
  • Lotsenfunktion und ärztliche Begleitung im Gesundheitssystem.
  • Effektive Patientenbetreuung durch Stärkung des niedergelassenen Bereichs.
  • Entlastung der Spitäler.
  • Betonung und Neupositionierung des Hausarztes durch mehr Kompetenz.
  • Höhere Attraktivität durch verantwortungsvolle Aufgabe und Wertschätzung
  • Dadurch: Stopp des "Landarzt-Sterbens": In den nächsten zehn Jahren gehen 50 Prozent der Allgemeinmediziner in Pension, Nachfolger sind schwer zu finden. (zk)

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