ÖGV-Chefin Kriz-Zwittkovits gegen Frauenquoten

Gesetzgeber hat bei unternehmensinternen Organisationsfragen keinerlei Kompetenz

Wien (OTS) - Seit einigen Wochen ist in Deutschland wie auch in
der EU Hektik rund um ein neues Thema entstanden: Einige Gruppierungen wollen eine Mindestquote für Frauen in unternehmerischen Spitzenfunktionen einführen. Diese Hektik erreicht nun auch Österreich. Margarete Kriz-Zwittkovits, die Präsidentin des Österreichischen Gewerbevereins, warnt nun in einer Stellungnahme vor einer solchen Quote.

"Jeder Eingriff des Staates oder gar der EU in die innere Struktur von Firmen oder in die Besetzung von Vorstands- beziehungsweise Geschäftsführungsfunktionen ist grundsätzlich als eine Teilenteignung abzulehnen. Denn in der Summe führen Eigentümerentscheidungen immer zu besseren betrieblichen wie volkswirtschaftlichen Ergebnissen als die planwirtschaftlichen Vorgaben staatlicher Bürokratien", betont Kriz-Zwittkovits.

Überdies, so die ÖGV-Chefin, würden solche Quoten "alle Frauen in Spitzenfunktionen automatisch zu Quotenfrauen stempeln und in ein schlechtes Licht rücken". Das hätten die vielen tüchtigen und erfolgreichen Frauen, die man heute in der Wirtschaft findet, nicht verdient.

Gleichzeitig sei es Tatsache, so Kriz-Zwittkovits weiter, dass sich Frauen für manche - insbesondere technische - Branchen leider noch nicht in nennenswertem Ausmaß interessieren, sodass dann dort auch unqualifizierte Frauen zum Zug kommen würden. Sie appellierte daher insbesondere an junge Österreicherinnen, sich verstärkt für Ingenieur- und naturwissenschaftliche Karrieren zu interessieren. Dann würden auch dort in einigen Jahren Frauen in Spitzenfunktionen einrücken.

Kriz-Zwittkovits warnt aber auch noch vor einer weiteren Konsequenz:
"Wenn einmal die Frauenquote gesellschaftlich akzeptiert sein sollte, dann wird es mit der gleichen Logik unweigerlich eine Flut weiterer Quotenforderungen geben." Diese würden sich dann etwa auf Migranten, religiöse oder ethnische Minderheiten, sexuell anders Orientierte, Absolventen von am Arbeitsmarkt nicht benötigten Orchideenstudien, sozial unterprivilegierte sowie bildungsferne Schichten und Angehörige aller weiteren Gruppen beziehen, die den soziologischen Statistiken zufolge unter den Geschäftsführern und Vorständen unterrepräsentiert sind. Für all diese Gruppen sei ja ebenfalls schon mehrfach öffentlich die Forderung nach staatlicher Hilfe bei den Berufskarrieren erhoben worden.

"Das würde wie einst in den kommunistischen Staaten mit ihrer Bevorzugung von Arbeiter- und Bauernkindern die Qualität des Managements und die Produktivität der österreichischen Wirtschaft stark lähmen." In Norwegen, wo es die Quote bei Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften gibt, zeigten erste wissenschaftliche Studien, dass die Bilanz recht durchwachsen ist. Dort sei nicht nur viel Erfahrung, sondern auch Anlegervertrauen verloren gegangen.

Kriz-Zwittkovits fordert daher die Politiker auf: "Sie sollen endlich mit dem oft versprochenen Abbau von überflüssigen Vorschriften und Regulierungen beginnen. Und sie sollen sich nicht ständig neue belastende Regeln ausdenken, wie sie etwa die gerade für größere Firmen eingeführte Pflicht zur Erstellung zeitaufwendiger Statistiken über die einzelnen nach Geschlechter getrennten Gehaltsgruppen darstellt." Denn nur wenn die Wirtschaft in Freiheit florieren könne, so betont die ÖGV-Präsidentin, könne sie jene Steuerleistungen erbringen, die der Staat angesichts seiner Schulden so dringend brauche.

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