"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schladming hat das Zeug zu echten Festspielen" (Von Michael Schuen)

Ausgabe vom 21.02.2011

Graz (OTS) - Die Vorgabe, die sich das Organisationskomitee
selbst mit auf den Weg gegeben hatte, war gewaltig: "Festspiele im Schnee" sollten es werden, nicht nur eine einfache Schi-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen. Am Ende war es aber genau das: eine Schi-Weltmeisterschaft. Deutschland bewies, und noch einen Tag vor Beginn gab es genau daran Zweifel, dass es Großveranstaltungen durchaus organisieren kann. Es gab keine nennenswerten Pannen, alles lief wie am Schnürchen. Und obwohl sich abends bei den Konzerten von Christina Stürmer oder "Ich + Ich" im Anschluss an die Siegerehrung durchaus viele Menschen tummelten, obwohl das Kulturprogramm rund um diese WM durchaus ambitioniert war:
Irgendwie machte das alles aus den Spielen trotzdem keine Festspiele. Zwar war die deutsche Öffentlichkeit höflich interessiert - und zwar mehr, als manche ursprünglich annahmen - doch der Funke der Begeisterung sprang nicht über.

Das mag vielleicht am Wetter gelegen haben, das eher an Frühling als an Winter erinnerte und dafür sorgte, dass am Ende gerade noch zwei weiße Bänder zu sehen waren. Sozusagen als letzte Bastion des Schneesport-Ereignisses gegen den, zumindest in diesen beiden Wochen, auftretenden Klimawandel. Oder daran, dass die Deutschen Schi-Hoffnungen, allen voran Maria Riesch und Felix Neureuther, die Hoffnungen nur teilweise oder schlicht gar nicht erfüllten. Sie zerbrachen am riesigen Druck, der auf ihnen lastete, der sie krankmachte oder die Füße bleiern. Einem Druck und ein Ausmaß an Interesse, das sie im Normalfall nicht haben, das sonst nur Österreich seinen Athleten aufbürdet.

Für Deutschland war Garmisch-Partenkirchen Mittel zum Zweck, schließlich geht es für München um Olympische Winterspiele 2018, auch Garmisch-Partenkirchen soll dann Teil der Veranstaltung sein. Diesen Test hat man in Bayern bestanden, Glanzlicht war es aber keines.

Das soll in zwei Jahren folgen, dann, wenn Schladming am Zug ist. 2013 soll dort die beste WM aller Zeiten ausgetragen werden, wie Peter Schröcksnadel, Präsident des Österreichischen Schi-Verbandes und Mastermind der WM, verspricht. Organisatorisch hat man sich in Bayern was abschauen können, der Trumpf von Schladming ist aber, dass es in Österreich nicht (mehr) um Olympia geht und vor allem, dass der alpine Schisport die klare Nummer eins ist.

Und genau das ist der Boden, um aus der Schi-WM 2013 echte Festspiele zu machen.****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung, Redaktionssekretariat, Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047, redaktion@kleinezeitung.at, http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001