Bahn frei für Mehrwegflaschen

"die umweltberatung" kritisiert Grundannahmen in der neuen Ökobilanz für Getränkeverpackungen und fordert PET-Mehrwegflaschen in Österreich

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichte Studie des IFEU stellt
fest, dass PET-Mehrwegflaschen die beste Getränkeverpackung sind. PET-Einwegflaschen schneiden schlechter ab, werden allerdings ähnlich gut bewertet wie die Glas-Mehrwegflasche. Letzteres beruht jedoch auf zum Teil äußerst fragwürdigen Annahmen, kritisiert "die umweltberatung". So wurde zum Beispiel der Transport mit der Bahn nicht berücksichtigt.

Die heute präsentierte Ökobilanz zu Getränkeverpackungen in Österreich des IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) bringt für "die umweltberatung" einige positive Ansätze für die Mehrwegdiskussion in Österreich, die Studie basiert jedoch zum Teil auf fragwürdigen Annahmen, wie "die umweltberatung" aufzeigt. "Die PET-Mehrwegflasche schneidet in der Studie - wie auch in allen vorangegangenen Untersuchungen - am besten ab. Die PET-Einwegflasche schneidet ähnlich ab wie die Glas-Mehrwegflasche, allerdings wurde dabei mit äußerst fragwürdigen Annahmen gerechnet, die das Ergebnis stark beeinflussen. Eine allgemeine ökologische Gleichwertigkeit von PET-Einweg- und Glas-Mehrwegverpackungen lässt sich aus der Studie jedenfalls absolut nicht ableiten", so Mag. Elmar Schwarzlmüller, Experte für Ressourcenschonung von "die umweltberatung"

Nicht berücksichtigt: Transport mit der Bahn

Nach einer ersten Betrachtung der Studie stellt sich für "die umweltberatung" die Frage, wie aussagekräftig die Zahlen tatsächlich sind. Einige Annahmen der Studie sind nicht plausibel, haben aber großen Einfluss auf das Gesamtergebnis: So wurde beispielsweise bei der Berechnung der Umweltbelastungen aus dem Transport offenbar einfach vergessen, dass dieser bereits zu einem beachtlichen Teil über die Schiene erfolgt. Marktführer Vöslauer beispielsweise gibt an, bereits 28% der Transporte mit der Bahn durchzuführen, Römerquelle und Coca Cola beliefern Westösterreich nach eigenen Angaben ausschließlich mit der Bahn. Trotzdem wurden in der aktuellen Ökobilanz alle Transporte als LKW-Fahrten gerechnet. Dadurch werden die Umweltbelastungen aus dem Transportbereich klar überschätzt. Gerade dieser Bereich ist es jedoch, der für die Ergebnisse der Studie bei den Glas-Mehrwegflaschen ausschlaggebend ist.

Auch andere Annahmen der Studie sieht "die umweltberatung" äußerst kritisch: Warum nimmt man beispielsweise an, Glasflaschen könnten nur 30 mal wiederverwendet werden? Zum Vergleich: Glas-Mehrwegflaschen der Gesellschaft Deutscher Brunnen werden im Schnitt 40 mal wiederbefüllt!

Flaschen unterschiedlicher Größe nicht vergleichbar

Auch wenn man von diesen Mängeln absieht, lässt die Studie in keinem Fall auf eine allgemeine ökologische Gleichwertigkeit von Mehrweg und Einweg schließen. Die Ergebnisse sind wesentlich dadurch bestimmt, dass man Flaschen unterschiedlicher Größe verglichen hat:
1,5 bzw. 2 Liter PET-Einwegflaschen mit 1 Liter Glas-Mehrwegflaschen. Das Füllvolumen hat jedoch enormen Einfluss auf die Ergebnisse. Die AutorInnen stellen daher auch klar, dass "beim ökobilanziellen Vergleich zw. Glas-Mehrwegflaschen und PET-Einwegflaschen mit dem gleichen Füllvolumen in der Regel das Glas Mehrwegsystem positiver abschneidet." Warum dann also nicht gleich ein fairer Vergleich?

Auch auf andere Getränkearten und Gebinde lassen sich aus der Studie keine Rückschlüsse ziehen, wie die AutorInnen betonen. Eine Bilanzierung der häufig verwendeten kleinvolumigen Flaschen, Einweg-Glasflaschen und Getränkedosen wäre wünschenswert, diese Gebinde wurden jedoch ausgeklammert obwohl sie am österreichischen Getränkemarkt eine große Rolle spielen.

Schade: Die besten sind am Markt nicht mehr erhältlich!

Die Studie zeigt auch ein großes Manko des Getränkeangebots in Österreich klar auf: PET-Mehrwegflaschen schneiden mit Abstand am besten ab - eine Verpackung die derzeit in Österreich leider nicht am Markt ist. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf! "Wenn Umweltschutz bei Getränkeverpackungen ernst genommen werden soll, dann darf die ökologisch vorteilhafteste Verpackung nicht fehlen!", fordert Schwarzlmüller. Die PET-Mehrwegflasche verbindet die ökologischen Vorteile des Mehrwegsystems mit der konsumentInnenfreundlichen Leichtheit der Verpackung.

Für Glas-Mehrwegflaschen spricht wiederum ein Aspekt, der in Ökobilanzen nicht abgebildet wird: Glas ist ein inertes Material, das heißt: Im Gegensatz zu Kunststoffflaschen gehen keine Stoffe aus der Glasverpackung in das Getränk über. Schwarzlmüller: "KonsumentInnen, die auf diesen Aspekt Wert legen, sollten in allen Getränkesegmenten ein entsprechendes Angebot zur Wahl haben."

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"die umweltberatung" Wien, DIin Sabine Seidl
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