Pensionssystem gibt Arbeitnehmern und Unternehmen falsche Anreize

Prämienmodell der Wirtschaftskammer belohnt längeres Arbeiten statt Frühpension

Wien (OTS/PWK098) - "Für die schon abgedroschene Behauptung, ein Großteil der Arbeitgeber dränge ältere Mitarbeiter in die Frühpension, gibt es keine Belege", widerspricht Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der WKÖ, den Vorwürfen, die der Präsident des Pensionistenverbands Karl Blecha gegen die Wirtschaft erhebt. "Nach unseren Erfahrungen geht die Initiative zu Vorruhestandsmodellen wie Altersteilzeit wesentlich häufiger vom Arbeitnehmer als vom Unternehmen aus", weiß Gleitsmann. "Bei älteren Mitarbeitern kommen Arbeitgeberkündigungen keineswegs häufiger vor als bei jüngeren Arbeitnehmern - nicht zuletzt, weil Ältere bekanntlich einen erhöhten Kündigungsschutz genießen."

Gleitsmann sieht die Fehlentwicklung im System begründet. Tatsächlich gibt das Pensionssystem Arbeitnehmern und Unternehmen falsche Anreize für einen vorzeitigen Pensionsantritt. "Scheunentore" in die Frühpension wie die "Hacklerregelung" werden von beiden gleichermaßen zu Lasten aller anderen Steuer- und Beitragszahler genutzt. "Bei diesem Problem setzt eine Initiative der Wirtschaftskammer an, nämlich das Prämienmodell, welches das Weiterarbeiten statt der Flucht in die Frühpension belohnt. Dabei erhalten Arbeitnehmer und Unternehmen als Prämie je 25% der zustehenden Pension, wenn sie weiterarbeiten, ohne diese Pension in Anspruch zu nehmen. Und 50 Prozent samt weiterer Beitragszahlungen verbleiben in der Pensionsversicherung."

"Auch werden Unternehmen, die ihre Mitarbeiter gesund und beschäftigungsfähig halten wollen, noch zu wenig unterstützt. Die neue Initiative ProFITNESS der Wirtschaftskammer Österreich (www.profitnessaustria.at) soll vor allem kleine und mittlere Betriebe bei Maßnahmen zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter unterstützen. Damit leisten die Wirtschaftskammern einen aktiven Beitrag für längeres Arbeiten bei guter Gesundheit", so Gleitsmann. (PM)

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Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martin Gleitsmann
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