Mölzer: EU hat naive Erwartungen bezüglich Ägypten und Tunesien zu revidieren

Politische Wechsel bringen auch Strom von Wirtschaftsflüchtlingen, der noch weiter anschwellen wird - Wie wird EU mit Wahlsieg von Islamisten umgehen?

Wien (OTS) - Die EU werde ihre naiven Erwartungen bezüglich der arabischen Demokratiebestrebungen revidieren müssen, sagte der freiheitliche Delegationsleiter Andreas Mölzer anlässlich der heutigen Aussprache im Europäischen Parlament über die Lage in Ägypten. "Bei all dem Jubel über den "arabischen Völkerfrühling" muss Brüssel nun erkennen, dass die Veränderungen in Tunesien und Ägypten nicht nur Hunderte Millionen Euro an Hilfszahlungen vor Ort verschlingen, sondern auch in Form Tausender Wirtschaftsflüchtlinge, die bereits nach Europa gekommen sind, erklärte Mölzer.

Dabei wies der freiheitliche EU-Mandatar darauf hin, dass die Menschen in Tunesien und Ägypten nicht nur für Demokratie und freie Meinungsäußerung auf die Straße gegangen sind, sondern vor allem für mehr Wohlstand. "Und dieser Wohlstand wird sich nicht über Nacht einstellen, sodass mit einem weiteren Anstieg des Stroms von Wirtschaftsflüchtlingen aus Nordafrika zu rechnen ist. Hier wird noch einiges auf Europa zukommen, zumal es in den arabischen Ländern während der letzten zwei, drei Jahrzehnte eine wahre Bevölkerungsexplosion gegeben hat", warnte Mölzer, der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des Europäischen Parlaments ist.

Außerdem werde die EU auch daran gemessen werden, so der freiheitliche Europa-Abgeordnete, ob sie demokratische Wahlen auch dann respektiert, wenn Islamisten an die Macht kommen. "In Ägypten ist sie Moslembruderschaft, die über ein Wählerpotential von 30 Prozent verfügt, die einzige gut organisierte oppositionelle Kraft -da sollte sich die EU keinen Illusionen hingeben, sondern ernsthaft darüber nachdenken, wie sie mit einem Wahlsieg der Islamisten umgeht", schloss Mölzer.

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