Ärztekammer: Kassen-Plus ins Gesundheitssystem investieren

Krankenkassen sind keine Sparkassen - weiterer Stillstand bei Leistungen und Stellenplänen untragbar

Wien (OTS) - Höchst erfreut nahm die Österreichische Ärztekammer das Krankenkassen-Plus von 280 Mio. Euro zur Kenntnis. "Ein großer Teil des Erfolges ist auf das sehr moderate und verständnisvolle Verhalten unserer Ärztinnen und Ärzte zurückzuführen. Honorarabschlüsse weit unter der Inflationsrate und Einsparungen bei Medikamenten haben zu dem Überschuss entschieden beigetragen", betonte der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Günther Wawrowsky, am Mittwoch in einer Aussendung. Wichtig sei nun, die Mittel in die Entwicklung der Kassenmedizin zu investieren. Keinesfalls dürfe das Geld ausschließlich zum Abdecken von Defiziten aufgewendet werden.

"Nach Jahren des Stillstands ist es höchste Zeit, dass die Krankenkassen bei den Leistungen nachbessern. Immerhin sind sie keine Sparkassen", so Wawrowsky. Noch immer müssten medizinisch zeitgemäße Untersuchungen wie die flexible Endoskopie im HNO-Bereich, die onkologische Therapie bei Internisten und Allgemeinmedizinern oder entwicklungsneurologische Untersuchungen von Kindern bei einzelnen Kassen selbst bezahlt werden. Zudem gehöre der Stellenplan endlich angepasst um Spitalsambulanzen zu entlasten und teure stationäre Aufnahmen zu verhindern. "Unter dem Diktat der leeren Kassen hat es hier seit Jahren keine Weiterentwicklung gegeben. Um ein Beispiel zu nennen: Im Jahr 1998 gab es 433 Kassen-Internisten, 2008 waren es gerade einmal 434 - und das bei stark steigendem Bedarf." Besonders dramatisch sei die Situation in der Kinder und Jugendpsychiatrie. Der Chef der niedergelassenen Ärzte: "Hier ist Österreich in der Versorgung europaweit Schlusslicht."

Jetzt seien die finanziellen Mittel da, um das Gesundheitssystem im niedergelassenen Bereich für die Zukunft fit zu machen. Keinesfalls dürfte dieses Geld nun an Nebenfronten verlorenen gehen. "Die Verantwortlichen müssen im Sinne der Patientinnen und Patienten gründlich überlegen, wo investiert wird. Mit Hüftschüssen ist niemandem gedient", sagte Wawrowsky abschließend. (zk)

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