- 16.02.2011, 13:22:45
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Ärztekammer: Kassen-Plus ins Gesundheitssystem investieren
Krankenkassen sind keine Sparkassen - weiterer Stillstand bei Leistungen und Stellenplänen untragbar
Wien (OTS) - Höchst erfreut nahm die Österreichische Ärztekammer
das Krankenkassen-Plus von 280 Mio. Euro zur Kenntnis. "Ein großer
Teil des Erfolges ist auf das sehr moderate und verständnisvolle
Verhalten unserer Ärztinnen und Ärzte zurückzuführen.
Honorarabschlüsse weit unter der Inflationsrate und Einsparungen bei
Medikamenten haben zu dem Überschuss entschieden beigetragen",
betonte der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte und
Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Günther
Wawrowsky, am Mittwoch in einer Aussendung. Wichtig sei nun, die
Mittel in die Entwicklung der Kassenmedizin zu investieren.
Keinesfalls dürfe das Geld ausschließlich zum Abdecken von Defiziten
aufgewendet werden.
"Nach Jahren des Stillstands ist es höchste Zeit, dass die
Krankenkassen bei den Leistungen nachbessern. Immerhin sind sie keine
Sparkassen", so Wawrowsky. Noch immer müssten medizinisch zeitgemäße
Untersuchungen wie die flexible Endoskopie im HNO-Bereich, die
onkologische Therapie bei Internisten und Allgemeinmedizinern oder
entwicklungsneurologische Untersuchungen von Kindern bei einzelnen
Kassen selbst bezahlt werden. Zudem gehöre der Stellenplan endlich
angepasst um Spitalsambulanzen zu entlasten und teure stationäre
Aufnahmen zu verhindern. "Unter dem Diktat der leeren Kassen hat es
hier seit Jahren keine Weiterentwicklung gegeben. Um ein Beispiel zu
nennen: Im Jahr 1998 gab es 433 Kassen-Internisten, 2008 waren es
gerade einmal 434 - und das bei stark steigendem Bedarf." Besonders
dramatisch sei die Situation in der Kinder und Jugendpsychiatrie. Der
Chef der niedergelassenen Ärzte: "Hier ist Österreich in der
Versorgung europaweit Schlusslicht."
Jetzt seien die finanziellen Mittel da, um das Gesundheitssystem im
niedergelassenen Bereich für die Zukunft fit zu machen. Keinesfalls
dürfte dieses Geld nun an Nebenfronten verlorenen gehen. "Die
Verantwortlichen müssen im Sinne der Patientinnen und Patienten
gründlich überlegen, wo investiert wird. Mit Hüftschüssen ist
niemandem gedient", sagte Wawrowsky abschließend. (zk)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33-12
Mail: pressestelle@aerztekammer.at
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