- 16.02.2011, 12:34:29
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Regner: Private Pensionsvorsorge ebenso streng beurteilen wie öffentliches System
Durchschnittliches Renteneintrittsalter in der EU liegt 2010 bei 61,4 Jahren
Wien (OTS/SK) - Bei der heutigen Abstimmung des Berichts über das
Grünbuch mit dem Titel "Angemessene, nachhaltige und sichere
europäische Pensions- und Rentensysteme" im Plenum des Europäischen
Parlaments in Straßburg wurde vor allem die Positionierung der drei
Pensionssäulen festgeschrieben. "Positiv ist die offene Debatte
darüber, wie in Europa für mehr als 500 Millionen Bürgerinnen und
Bürger langfristig das Sozialsystem gesichert werden kann. Zu stark
wird die zweite, also die betriebliche, und dritte, die private,
Vorsorgesäule betont. Viele Bürger können nicht einmal von ihrem
Gehalt leben, wie sollen sie dann privat Vorsorge treffen?", so die
SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner am Mittwoch gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. "Deshalb muss das umlagefinanzierte Solidarsystem
die Basis der europäischen Pensionssysteme sein und gewährleisten,
dass die Menschen davon leben können", erläutert Regner weiter. ****
Derzeit beträgt das durchschnittliche Renteneintrittsalter in der EU
61,4 Jahre. Der heute abgestimmte Bericht stellt fest: "2008 kamen
vier berufstätige Personen auf einen Rentner. 2020 beträgt dieses
Verhältnis fünf zu eins, 2060 dann zwei zu eins." Regner, Mitglied im
Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, warnt
allerdings vor einer rein demografischen Betrachtungsweise. "Es geht
letztlich darum, wie viele Menschen im Erwerbsleben stehen und mit
welcher Produktivität sich die Wirtschaft weiterentwickelt", so
Regner.
"Wenn argumentiert wird, dass für die erste, die öffentliche,
Pensionssäule keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, so muss
zugleich ehrlich beantwortet werden, wie die betriebliche und private
Vorsorge finanziert werden soll. Dabei dürfen Kosten, etwa für
Pflege, nicht einseitig nur der ersten Säule aufgeschlagen werden",
ergänzt Regner.
Die öffentlichen Pensionen seien Stabilisator in der Finanzkrise
gewesen, die Menschen hätten nichts verloren - im Gegensatz zu den
privaten Systemen. Der Ausbau von privaten und betrieblichen
Pensionssystemen dürfe - gerade nach der Finanzkrise - nicht
unkritisch betrachtet hingenommen werden. Regner betont: "Der Staat
ist nicht dazu da, dem privaten Finanzmarkt mit Steuergeldern laufend
aus der Patsche zu helfen. Das muss gerade bei der aktuellen
Diskussion um die Pensionsvorsorge allen Beteiligten klar sein. Ich
erwarte ein Weißbuch von der Kommission, wo dies stärker
berücksichtigt wird." (Schluss) bj/mp
Rückfragehinweis: Mag. Markus Wolschlager, SPÖ-Delegation im
Europäischen Parlament, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail:
markus.wolschlager@europarl.europa.eu
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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